Sendedatum: 05.02.2013 20:15 Uhr

Epilepsie - Gewitter im Kopf

Mit einer Epilepsie zu leben, ist für die Betroffenen und ihre Angehörigen sehr schwer. Denn noch immer ist dieses Anfallsleiden stigmatisiert. Es erregt Anstoß, wenn Menschen Anfälle haben, von denen sie hinterher selbst nichts wissen.

Dabei ist diese Erkrankung relativ häufig: Etwa fünf bis zehn Prozent aller Menschen erleiden einmal im Leben einen epileptischen Anfall und mehr als 500.000 Menschen in Deutschland sind dauerhaft Epileptiker.

Zusammenspiel der Nervenzellen im Gehirn bricht zusammen

Ein epileptischer Anfall entsteht, wenn das komplexe Zusammenspiel der Nervenzellen im Gehirn zusammenbricht. Das geschieht, wenn sich die Nervenzellen im Gehirn parallel und unkontrolliert elektrisch entladen - wie bei einem Gewitter in den Wolken.

Dauert die Bewusstseinsstörung nur wenige Sekunden, sprechen Ärzte von Absencen. Ein sogenannter Grand-mal-Anfall dehnt sich dagegen auf den ganzen Körper aus - es kommt zu Bewusstlosigkeit, rhythmischen Muskelzuckungen und Gedächtnisverlust.

Als Ursachen kommen unter anderem Hirnschädigungen durch einen Schlaganfall, Stoffwechselstörungen, hormonelle Schwankungen, Drogen- oder Alkoholmissbrauch, Verletzungen oder Tumore in Frage.

Wie werden Betroffene behandelt?

Das Tückische für Betroffene ist, dass sie nie genau wissen, wann der nächste Anfall auftritt. Behandelt wird eine Epilepsie in der Regel mit Medikamenten, die die Krampfneigung herabsetzen. Daneben gibt es weitere Möglichkeiten wie bestimmte Diäten oder eine gezielte Nervenstimulation. Einige Patienten können durch einen chirurgischen Eingriff geheilt werden. Dabei entfernen Neurochirurgen die für die Krampfanfälle verantwortlichen Gehirnareale.

Interviewpartner im Beitrag:

Dr. Hinderikus Klugkist
Leitender Oberarzt
Neurologische Klinik
Klinikum Emden - Hans-Susemihl-Krankenhaus gGmbH
Bolardusstraße 20
26721 Emden

Dieses Thema im Programm:

Visite | 05.02.2013 | 20:15 Uhr

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