Stand: 07.11.2016 13:21 Uhr  | Archiv

Entzündete Zahnwurzel richtig behandeln

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Die Behandlung einer Zahnwurzel ist aufwendig und teuer.

Die Behandlung einer entzündeten Zahnwurzel ist schwierig und zeitaufwendig. Ziel ist es, die Entzündung vollständig aus Hohlräumen im Inneren der Zahnwurzel bis zur Wurzelspitze zu entfernen - damit der Zahn nicht gezogen werden muss. Doch je komplizierter das Wurzelsystem ist, umso größer ist die Gefahr, dass die Entzündung nicht vollständig beseitigt werden kann.

Woraus Zähne bestehen

Ein Zahn besteht aus der Zahnkrone, dem Zahnschmelz, dem Zahnbein, dem Zahnmark, dem Zahnhals und der Zahnwurzel:

  • Die Zahnkrone ist der sichtbare Teil des Zahns.
  • Der Zahnschmelz ist die äußerste Schicht des Zahns. Sie ist die härteste Substanz des menschlichen Körpers und besteht vorwiegend aus Kalziumsalzen.
  • Unter dem Schmelz befindet sich das Zahnbein (Dentin). Es besteht ebenfalls hauptsächlich aus Kalzium.
  • Das Zahnmark (Pulpa) liegt im Inneren des Zahns. Es setzt sich aus Nervenfasern, Blutgefäßen und Bindegewebe zusammen. Es versorgt den Zahn mit Nährstoffen und leitet Schmerzreize an das Gehirn weiter.
  • Der Zahnhals befindet sich unter dem Zahnfleisch.
  • Mit der Zahnwurzel ist der Zahn im Kiefer verankert. Jede Zahnwurzel hat mindestens einen Wurzelkanal. Bei Backenzähnen ist das Wurzelsystem komplizierter: Sie können mehrere, stark verzweigte Wurzelkanäle haben.

Ursachen und Symptome der Wurzelentzündung

Die häufigste Ursache für eine Entzündung der Zahnwurzel ist Karies. Ausgedehnte Zahnfäule kann den Zahnschmelz und das Zahnbein so zerstören, dass Bakterien ins Zahninnere gelangen und sich das Zahnmark entzündet. Bleibt eine entzündete Zahnwurzel unbehandelt, stirbt sie ab. Die Entzündung kann sich auf das umgebende Knochengewebe ausbreiten und schwerwiegende Komplikationen verursachen, zum Beispiel eine Herzmuskelentzündung. Eine Wurzelentzündung führt in der Regel zu starken Zahnschmerzen. Warnzeichen sind Schmerzen, die sich durch Hitze oder Kälte auslösen und verstärken lassen.

Wurzelentzündung behandeln

Um die Zahnwurzel zu erreichen, bohrt der Zahnarzt ein Loch in die Zahnkrone und schützt den Zahn dabei vor Verunreinigungen, etwa durch Speichel. Mithilfe kleiner Feilen reinigt er die Wurzelkanäle:

  • Bei gerader Zahnwurzel gelingt die Reinigung in der Regel gut.
  • Bei gebogener Zahnwurzel gestaltet sich die Behandlung schwieriger, dafür werden häufig spezielle biegsame Nickel-Titan-Instrumente verwendet.

Anschließend wird der Wurzelkanal mit einer desinfizierenden Lösung gespült. Ein provisorischer Verschluss mit Antibiotikum-Einlage soll den Zahn beruhigen, bevor der Zahnarzt den Wurzelkanal endgültig verschließt.

Krankenkassen erstatten nicht alle Kosten

Die gesetzlichen Krankenkassen erstatten pro Zahn in der Regel 400 bis 500 Euro, wenn der Zahn als erhaltungswürdig eingestuft wird. Bei den hinteren Backenzähnen werden die Kosten in der Regel nur dann übernommen

  • wenn der Backenzahn in einer vollständigen Zahnreihe ohne Lücken steht
  • wenn die Behandlung verhindert, dass die Zahnreihe durch den Verlust des Zahnes einseitig nach hinten verkürzt wird
  • wenn ein vorhandener Zahnersatz durch die Behandlung erhalten werden kann

Nicht übernommen werden in der Regel die Kosten für den Einsatz biegsamer Spezialinstrumente bei gebogener Zahnwurzel und für den Einsatz eines Operationsmikroskops, das feine Verästelungen der Zahnwurzel besser sichtbar macht. Es gebe keine wissenschaftlichen Belege dafür, dass sich dadurch bessere Behandlungsergebnisse erzielen lassen, argumentieren die Krankenkassen. Die Kosten von etwa 1.000 Euro pro Zahn für die Behandlung trägt der Patient dann selbst. Wendet der Zahnarzt diese modernen Methoden an, bezahlt die gesetzliche Krankenkasse nicht einmal einen Zuschuss, der Patient muss die gesamte Summe selbst bezahlen.

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Dieses Thema im Programm:

Visite | 08.11.2016 | 20:30 Uhr

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