Stand: 01.02.2016 21:45 Uhr

Typ-1-Diabetes erkennen und behandeln

In Deutschland behandeln Ärzte rund sechs Millionen "Zuckerkranke" - davon sind allerdings nur fünf Prozent Typ-1-Diabetiker. Das entspricht einer Häufigkeit von 18 von 100.000 Menschen. Während Diabetes mellitus Typ 2 zum sogenannten Wohlstandssyndrom gehört, kommt Typ-1-Diabetes eher einem Schicksalsschlag gleich. Die Autoimmunkrankheit kann in jedem Alter ausbrechen, tritt allerdings häufig schon im Kinder- und Jugendalter auf.

Bei den Ernährungs-Docs
13:22 min

Blutzuckerverläufe bei Typ-1-Diabetes optimieren

Claudia B. hat Typ-1-Diabetes - der Alltag damit fällt ihr schwer. Ihre Blutzuckerverläufe sind chaotisch. Wie kann sie Ernährung und Insulintherapie besser zusammenbringen? Video (13:22 min)

Ursache

Bei zehn Prozent der Betroffenen liegt Typ-1-Diabetes in der nahen Verwandtschaft - die Gene spielen also eine Rolle. Aber auch Umweltfaktoren können nach heutigem Wissensstand dazu führen, dass der Körper die Insulin-bildenenden Zellen in der Bauchspeicheldrüse zerstört. Normalerweise bildet das Immunsystem Antikörper gegen schädliche körperfremde Substanzen. Beim Diabetes Typ 1 greifen diese Antikörper fälschlicherweise die Inselzellen der Bauchspeicheldrüse an. Dadurch verlieren sie ihre Fähigkeit, Insulin zu produzieren.

Vitamin-D-Mangel und häufige Atemwegsinfektionen im Kindesalter werden als mitauslösend vermutet. Auffallend ist, dass Diabetes Typ 1 gehäuft gemeinsam mit anderen Autoimmunerkrankungen auftritt, etwa Hashimoto-Thyreoiditis, Glutenunverträglichkeit (Zöliakie) oder Magenschleimhautentzündung (Typ-A-Gastritis).

Was passiert bei Diabetes Typ 1?

Der Blutzuckerstoffwechsel
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Wie der Körper Zucker verarbeitet

Der Körper spaltet Kohlenhydrate aus dem Essen in Zucker. Insulin hilft, den Zucker in die Zellen einzuschleusen. Klappt dies nicht mehr, steigt der Blutzuckerspiegel. Bildergalerie

Symptome

Ständiger Durst und häufiges Wasserlassen, auch nachts, gehören zu den ersten Anzeichen von Diabetes Typ 1. Denn der Zucker, den die Zellen nicht mehr aufnehmen können, wird letzten Endes über die Nieren ausgeschieden und bindet dabei viel Wasser. Durch Durst versucht der Körper, den Flüssisgkeitsverlust zu kompensieren. Viele Betroffene fühlen sich außerdem schlapp und kraftlos, weil die aufgenommene Nahrungsenergie nicht in den Muskel- und Gehirnzellen ankommt.

Durch hohe Blutzuckerspiegel kommt es bei vielen Diabetikern zu Verengungen der kleinen und später auch großen Blutgefäße. Damit einher gehen Nervenschädigungen (Polyneuropathie) oder Netzhauterkrankungen. Die starken Blutzuckerschwankungen führen langfristig zu gravierenden Folgen: etwa häufige Infekte oder eine schlechte Wundheilung, besonders an den unteren Extremitäten. Der "diabetische Fuß" mit nicht mehr heilenden Entzündungen ist eine gefürchtete Spätfolge.
Weitere mögliche Symptome sind

  • Wachstumsstörung, Bettnässen, Gewichtsabnahme (bei Kindern)
  • Müdigkeit, Schwäche, Schwindel
  • Sehverschlechterung, wechselnde Sehstärke
  • trockene Haut, Juckreiz
  • abwechselnd Appetitlosigkeit und Hungerattacken
  • Potenzstörungen/Libidoverlust
  • Muskelkrämpfe
  • schlecht heilende Wunden
  • Übelkeit, Bauchschmerzen
  • Nierenschwäche, Nierenversagen
  • Harnwegsinfekte
  • Menstruationsstörungen, verminderte Fruchtbarkeit bei Frauen
  • Psychische Veränderungen wie aggressives Verhalten.

Dieses Thema im Programm:

Die Ernährungs-Docs | 01.02.2016 | 21:00 Uhr

Ernährungs-Therapie

Ernährung bei Diabetes (nach Logi)

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Passende Rezepte

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