Stand: 14.04.2015 12:36 Uhr  | Archiv

Rückenschmerzen durch Kieferprobleme

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Eine Funktionsstörung im Kiefergelenk kann sich auf den gesamten Körper negativ auswirken.

Kopf-, Nackenschmerzen, Migräne, Schwindel, Ohrdruck, Tinnitus - Ursache all dieser Beschwerden kann eine Funktionsstörung im Kiefergelenk sein. Die Craniomandibuläre Dysfunktion (CMD) kann sich auf den ganzen Körper auswirken. Der Kiefer ist unser stärkstes Gelenk und durch Nerven und Muskeln mit Nacken und Ohr verbunden. Passen Ober- und Unterkiefer nicht richtig aufeinander, kann das zu zahlreichen Beschwerden führen. Fehlstellungen kann der Körper lange kompensieren, aber irgendwann treten massive Probleme auf. Betroffene denken meist zunächst gar nicht an den Kiefer, sondern erst, wenn er beispielsweise beim Kauen knackt.

Beschwerden durch falsch angepassten Zahnersatz

Ein falsch angepasster Zahnersatz kann zum Beispiel für Ohrdruck und das Kieferknacken verantwortlich sein. Stehen die Kronen höher als die anderen Zähne, kommt es zu einer permanenten Anspannung im Kiefer und in der Umgebung, also auch im Ohrbereich. Die Beschwerden entstehen, weil der Biss schief und das Kiefergelenk verschoben ist. Eine Schiene kann Linderung verschaffen: Dazu misst der Zahnarzt aus, wie Ober-und Unterkiefer richtig zueinander passen, wo die Zähne aufeinander treffen sollten und in welchem Abstand sie stehen müssen. In dieser Position fertigt er den Abdruck für die Schiene. Diese entlastet dann den ganzen Kiefer und die umgebenden Strukturen - alles kann sich entspannen und regenerieren.

Spezielle Physiotherapie für den Kiefer wichtig

Bei einer CMD sollten zudem auch mögliche Ursachen wie Stress oder fehlende Entspannung berücksichtigt werden. Tägliche Übungen helfen, den Kiefer zu lockern und wieder in die richtige Position zu bringen. Dazu ist eine spezielle Physiotherapie für den Kiefer und den ganzen Körper wichtig. Sie hilft auch, wenn ein verschobener Kiefer Ursache für Rücken- und Nackenschmerzen sowie Schwindel ist.

Knacken kann auf Arthrose hinweisen

Eine manuelle Therapie kann auch helfen, wenn sich der Mund aufgrund eines verschlissenen Gelenks (Arthrose) kaum noch öffnen lässt: Ein Knacken im Kiefergelenk ist ein Zeichen dafür, dass die Knorpelscheibe im Gelenk nicht am richtigen Platz sitzt. Bei der Mundöffnung zieht sich die Gelenkkapsel zusammen, verkrampft und engt das Gelenk immer mehr ein, bis es fast ganz blockiert. Der Therapeut dehnt und erweitert die Kapsel. Das tut zwar weh, aber danach ist das Gelenk wieder frei und der Mund lässt sich ohne Anstrengung wieder weit öffnen, die Schmerzen verschwinden.

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Mit einem einfachen Test kann man selbst herausfinden, ob der Kiefer Beschwerden verursacht oder verursachen wird: Dazu drei Mal den Kiefer auf- und zuklappen und dabei darauf achten, wie die Zähne aufeinander treffen: Sie sollten locker zusammenkommen, es darf keine Spannung entstehen.

Interviewpartner:

Im Studio:
Prof. Dr. Meike Stiesch
Direktorin
Klinik für Zahnärztliche Prothetik und Biomechanische Werkstoffkunde
Medizinische Hochschule Hannover
Carl-Neuberg-Straße 1
30625 Hannover
Tel. (0511) 532 47 73
Fax (0511) 532 47 90

Internet: www.mh-hannover.de

Im Beitrag:

Dr. Oliver Brinker, D.O. (DAAO)
Facharzt für Orthopädie und Allgemeinmedizin, Schwerpunkt Osteopathie
Praxis Felsenburg
Kopperpahler Allee 39
24119 Kronshagen
Tel. (0431) 670 75 97
Internet: www.osteopath-kiel.de

Dr. med. dent. Andreas Köneke
Fachzahnarztpraxis für Kieferorthopädie
Friedrichsorter Straße 10
24159 Kiel
Tel. (0431) 380 04 90
Fax (0431) 38 00 49 22
Internet: kieferorthopaede-kiel.de

Dr. med. dent. Jan-Peter Zierleyn
Zahnarzt, CMD-Therapeut
CMD Centrum Hannover
Bahnhofstraße 3, 30159 Hannover
Tel. (0511) 32 92 91
Internet: www.cmd-centrum-hannover.de

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Visite | 14.04.2015 | 20:15 Uhr