Stand: 18.11.2014 12:34 Uhr

Bluthochdruck: Wie gezielte Ernährung hilft

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Unbehandelter Bluthochdruck kann zu schweren Schäden führen.

Bluthochdruck ist eine Volkskrankheit. In Deutschland leiden etwa 44 Prozent der Frauen und etwas mehr als die Hälfte der Männer an einem zu hohen Blutdruck. Obwohl er keine Schmerzen und auch sonst keine Beschwerden verursacht, führt er unbehandelt zu schweren Schäden an den Blutgefäßen. Die Folgen sind Herzinfarkt, Schlaganfall und Nierenschäden. Die Ursachen für die Entwicklung eines Bluthochdrucks sind bis heute nicht abschließend geklärt.

Was begünstigt Bluthochdruck?

Der Blutdruck wird durch komplexe Mechanismen reguliert. Dabei spielen Wechselwirkungen von biochemischen Botenstoffen, Blutgefäßen und des Nervensystems eine entscheidende Rolle. Durch Verkalkungen der Blutgefäße lässt ihre Elastizität nach, die Gefäßwände werden steifer und der Druck in den Gefäßen steigt. Begünstigt wird die Entwicklung eines Bluthochdruckes vor allem durch Erbanlagen sowie zu wenig Bewegung, ungesunde Ernährung, Übergewicht und Stress.

Ein Bluthochdruck liegt dann vor, wenn die an unterschiedlichen Tagen beim Arzt gemessenen Werte bei 140 zu 90 mmHg (Millimeter Quecksilbersäule) oder darüber liegen. Für die Selbstmessung zu Hause liegen die Grenzwerte etwas niedriger bei 135 zu 85 mmHg. Es müssen nicht beide Werte erhöht sein. Am häufigsten ist der obere Wert erhöht. Wichtig ist, an beiden Armen zu messen.

Die Therapie erfolgt mithilfe blutdrucksenkender Medikamente. Dauerhaft positiven Einfluss haben aber auch eine Umstellung der Lebensgewohnheiten mit einer ausgewogenen Ernährung, Verzicht auf Alkohol und Nikotin sowie regelmäßige Bewegung, ein ausgeglichener Tag-Nacht-Rhythmus und regelmäßige Entspannungsphasen. Eine der effektivsten Maßnahmen, um den Blutdruck zu senken, ist die Gewichtsreduktion: Pro verlorenem Kilogramm Körpergewicht sinkt der obere Blutdruckwert um etwa einen mmHg.

Rote-Bete-Saft senkt den Blutdruck

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Ein halber Liter Rote-Bete-Saft täglich senkt den Blutdruck.

Auch eine vegetarische oder fleischarme Vollkorn-Ernährung wirkt sich günstig auf den Blutdruck aus. Denn vor allem rotes Fleisch, Wurst, Käse und Butter enthalten gesättigte Fettsäuren, die als Risikofaktor für die Entwicklung eines Bluthochdrucks gelten. Omega-3-Fettsäuren in Leinöl und Leinsamen, Walnüssen, Raps-, Soja- und Weizenkeimöl sowie die einfach ungesättigten Fettsäuren in Olivenöl senken den Blutdruck. Ein halber Liter Rote-Bete-Saft täglich senkt einen erhöhten Blutdruck um bis zu zehn Millimeter Quecksilbersäule. Rote Bete enthält Nitrate, die die Blutgefäße erweitern und so den Blutdruck senken. Zwei bis drei Tassen grüner Tee pro Tag können den Blutdruck um drei bis fünf mmHg reduzieren. Ein halber Liter Tee aus zehn Gramm Hibiskusblüten täglich kann den Blutdruck ebenfalls innerhalb von vier Wochen reduzieren.

Anstelle von Süßigkeiten empfehlen Experten den Verzehr von Nüssen oder dunkler Schokolade. Schon sechs bis zehn Gramm dunkle Schokolade (Kakaoanteil mindestens 70 Prozent) pro Tag können den Blutdruck senken.

Kochsalz reduzieren

Immer wieder wird auch die Beschränkung der Kochsalzzufuhr diskutiert. Tatsächlich sind etwa zehn Prozent aller Hypertoniker sogenannte Kochsalz-Responder. Das bedeutet, dass sie bereits auf geringe Salzmengen mit einem Anstieg des Blutdrucks reagieren. Sie sollten die Aufnahme von Kochsalz reduzieren. Durchschnittlich werden heute zehn bis 15 Gramm Kochsalz am Tag aufgenommen. Bei Patienten mit Bluthochdruck sollte die Kochsalzaufnahme auf sechs Gramm pro Tag reduziert werden.

Salz kann eingespart werden, wenn Fertigprodukte, Pökelware und Fischmarinaden gemieden werden. Wurstwaren und Käse sollten sparsam konsumiert werden. Beim Kochen sollte möglichst auf Salz verzichtet werden und dafür Gewürze wie zum Beispiel Gelbwurz, Ingwer, Koriander sowie Kreuz- oder Schwarzkümmel verwendet werden. Die Mittelmeerküche mit viel Obst und Gemüse, fettarmen Milchprodukten und wenig rotem Fleisch, dafür aber mehr Fisch,  senkt nachweislich über lange Zeit einen erhöhten Blutdruck. 

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Interviewpartner im Beitrag:

Im Studio:
Prof. Dr. med. Joachim Schrader
Chefarzt der Medizinischen Klinik und ärztlicher Direktor St.-Josefs-Hospital Cloppenburg
Europäisches Kompetenzzentrum Bluthochdruck
Krankenhausstraße 13
49661 Cloppenburg
Tel. (04471) 16 29 51
Fax: (04471) 16 2970
E-Mail: joachim.schrader@kk-om.de

Im Beitrag:

Prof. Dr. Andreas Michalsen
Chefarzt am Immanuel Krankenhaus Berlin
Königstraße 63
14109 Berlin
E-Mail: naturheilkunde@immanuel.de
Internet: www.naturheilkunde.immanuel.de

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Visite | 18.11.2014 | 20:15 Uhr