Stand: 21.08.2017 14:56 Uhr

Blutdruck senken: Weniger Salz essen

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Jeder Dritte reagiert empfindlich auf Salz - mit gefährlichen Folgen für die Gesundheit.

An hohem Blutdruck leiden in Deutschland rund 20 Millionen Menschen. Laut Weltgesundheitsorganisation WHO handelt es sich bei Blutdruckwerten von mehr als 140/90 mmHg (Millimeter Quecksilbersäule) um Bluthochdruck (Hypertonie). Ein oft unterschätzter Risikofaktor ist zu viel Salz im Essen. Wie empfindlich jemand auf Salz reagiert, ist individuell sehr unterschiedlich. Menschen, die empfindlich auf Salz reagieren, lagern vermehrt Salz im Körper ein, dadurch gelangt mehr Flüssigkeit ins Herz-Kreislauf-System - der Blutdruck steigt. Experten schätzen, dass jeder Dritte zur Gruppe der "Salzsensitiven" gehört.

Eine Blutdruckmessung

Blutdruck senken: Weniger Salz essen

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Viel Salz im Essen erhöht bei einigen Menschen das Risiko für Bluthochdruck. Wer weniger Salz zu sich nimmt, kann seinen Blutdruck in vielen Fällen senken.

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Weniger Salz: Blutdruck sinkt um fünf mmHg

Der durchschnittliche Salzverzehr liegt in Deutschland bei zehn Gramm pro Tag. Ernährungsexperten empfehlen maximal drei bis sechs Gramm Salz am Tag. Gelingt es, den Salzkonsum auf weniger als sechs Gramm pro Tag zu begrenzen, lässt sich der Blutdruck um durchschnittlich fünf mmHg verringern. Das klingt auf den ersten Blick wenig, ist aber in etwa so viel, wie ein Blutdruckmedikament erreichen kann. Doch die Wirkung der Salzreduktion ist unterschiedlich: Während jeder zweite Erkrankte mit einer deutlichen Senkung des Blutdrucks reagiert, profitieren andere überhaupt nicht davon.

Salzsensitivität: Test in der Entwicklung

Ob ein Mensch salzsensitiv ist, könnte in Zukunft ein neuer Test klären: Dann genügt bereits eine kleine Blutprobe, um zu zeigen, wie die Blutgefäße von innen aussehen. Gesunde Gefäße sind mit einer Schutzschicht überzogen, die Salz bindet. Bei Salzsensitiven ist die Schicht ausgedünnt und kann Salz nicht gut aufnehmen. Es zirkuliert dann so lange im Körper, bis es sich in den Nieren, am Herzen und im Gehirn ablagert.

Bislang ist der Test noch nicht an ausreichend an Menschen getestet worden und es ist nicht geklärt, ob mögliche Störeinflüsse wie Entzündungen seine Aussagekraft beeinträchtigen können. Sollte er sich in klinischen Studien bewähren, könnte er künftig Betroffene rechtzeitig warnen und motivieren, sich möglichst salzarm zu ernähren.

Salzarme Ernährung

Viel Salz steckt in Fertigprodukten, Wurst, Käse, Konserven und Brot. Vor allem dunkle Brotsorten enthalten sehr viel Salz. Es hält das Brot feucht und macht es schwer. Der Salzgehalt wird zwar auf der Packung angegeben, doch es gibt kaum Lebensmittel mit reduziertem Salzgehalt. Wer salzarm leben möchte, sollte zum Beispiel weitgehend auf Fertigprodukte verzichten, selbst Brot backen und Salatsoßen mit Kräutern statt Salz anrühren. Auch wenn viele salzarme Speisen anfangs noch fad schmecken können, stellt sich der Geschmackssinn darauf ein. Schon nach kurzer Zeit schmecken salzarme Gerichte würzig.

Gewicht reduzieren

Neben der Salzreduktion können auch eine Gewichtsreduktion und regelmäßiges Ausdauertraining eine Senkung des Blutdrucks bewirken. Fünf Kilo weniger Körpergewicht senkt den Blutdruck um acht bis zwölf mmHg und körperliche Bewegung (fünf Mal 30 Minuten Ausdauertraining pro Woche) bringen mindestens weitere fünf mmHg. Zudem wirken bei salzreduzierter Kost blutdrucksenkende Medikamente besser und zuverlässiger, sodass sich diese Lebensstiländerung gleich doppelt bemerkbar macht.

Therapien bei Bluthochdruck

Bluthochdruck verursacht meist keine Beschwerden,erhöht aber das Risiko für Schlaganfall, Herzinfarkt, arterielle Verschlusskrankheit, Nierenschäden und Augenerkrankungen. Behandelt wird Bluthochdruck mit Medikamenten und weiteren Therapien, zum Beispiel Aderlass, Ausdauertraining, Ernährungsumstellung, Entspannungsverfahren und speziellen Schrittmachern.

Montage aus Erste-Hilfe-Koffer und Radio © fotolia.com Fotograf: frank peters, Artem Shcherbakov

Salz beeinflusst den Blutdruck

NDR Info - Radio-Visite -

Ein Schnelltest hilft jetzt festzustellen, wie sehr der Blutdruck eines Patienten vom Salzkonsum abhängt. Denn Salz beeinflusst den Blutdruck. Sigrun Damas berichtet.

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Interviewpartner

Interviewpartner im Studio:
Dr. Matthias Riedl, Internist, Diabetologe, Ernährungsmediziner 
Diabetes Zentrum Berliner Tor
Medicum Hamburg GbR

Beim Strohhause 2, 20097 Hamburg
Tel. (040) 807 97 90, Fax (040) 807 97 93 00
Internet: www.medicum-hamburg.de

Interviewpartner im Beitrag:
Dr. Matthias Döring, Hausarzt
Mondstraße 179-181, 48155 Münster (St. Mauritz)
Internet: www.aerztehaus-mondstrasse.de

Univ.-Prof. em. Dr. Hans Oberleithner, Ehemaliger Direktor
Institut für Physiologie II
Universitätsklinikum der Westfälischen-Wilhelms-Universität Münster
Robert-Koch-Straße 27 b, 48149 Münster
Internet: www.campus.uni-muenster.de/physiologieii

Weitere Informationen:
Deutsche Hochdruckliga e.V. DHL - Deutsche Hypertonie Gesellschaft
Berliner Straße 46, 69120 Heidelberg
Tel. (06221) 5 88 55-0, Fax (06221) 5 88 55-25
Herz-Kreislauf-Telefon (06221) 58 85 55 (Mo-Fr 9-17 Uhr)
Internet: www.hochdruckliga.de
Liste zertifizierter Hypertonie-Zentren und Blutdruckspezialisten
Präventionsmagazin "Druckpunkt" (erscheint vierteljährlich)

Deutsche Herzstiftung e. V.
Vogtstraße 50, 60322 Frankfurt
Tel. (069) 95 51 28-0, Fax (069) 95 51 28-313
Internet: www.herzstiftung.de
Broschüre zum Thema Bluthochdruck mit Blutdruckpass

Deutsche Gesellschaft für Ernährung e. V.
Godesberger Allee 18, 53175 Bonn
Internet: www.dge.de

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