Stand: 02.09.2012 12:58 Uhr  | Archiv

Volkswagen - ein kleines Auto erobert die Welt

Volkswagen - mehr als nur Käfer und Golf.

Ein Auto, das sich auch der kleine Mann zusammensparen kann, gebaut in einem Autowerk, welches das gesamte deutsche Volk motorisiert - mit diesem Vorsatz nahm vor rund 70 Jahren das Volkswagenwerk seine Arbeit in Wolfsburg auf. Damals noch ein Staatsbetrieb, der den legendären Käfer auf die Straßen der ganzen Welt brachte, ist Volkswagen heute ein international agierender Großkonzern. Und der Käfer hat mit Golf, Passat, Polo & Co. längst Zuwachs bekommen.

Anfänge im Schatten der Nazi-Zeit

Am Anfang der Volkswagen-Geschichte stand die Idee Adolf Hitlers von der Motorisierung der Massen. 1934 beschlossen der Reichsverband der Automobilindustrie und Ingenieur Ferdinand Porsche, einen Volkswagen für jedermann zu konstruieren. Drei Jahre später nahm die "Gesellschaft zur Vorbereitung des deutschen Volkswagen mbH" ihre Arbeit auf und begann mit dem Bau der Volkswagenfabrik in Niedersachsen. Mit dem Werk entstand eine regelrechte VW-Stadt, die heute Wolfsburg heißt. Hier sollte der "Kraft durch Freude"-Wagen in Gestalt des Käfers entstehen, mit 990 Reichsmark für jeden Deutschen erschwinglich. 1938 wurde die Volkswagen GmbH ins Handelsregister eingetragen, und Tausende Menschen schlossen Sparverträge für einen Wagen ab.

Ein buckliger Pionier: Der Käfer

Doch bevor überhaupt ein Auto die Fabrik verlassen konnte, wurde Volkswagen mit Kriegsbeginn ein Unternehmen der Rüstungswirtschaft, das bald von Zwangsarbeitern Militärfahrzeuge und Waffen produzieren ließ. Nach Kriegsende beauftragte dann die britische Militärregierung das Wolfsburger Unternehmen, 20.000 Käfer zu bauen. Dies erst war der Beginn der Erfolgsgeschichte des kleinen buckligen Autos, das bald Symbol für das deutsche Wirtschaftswunder nach dem Zweiten Weltkrieg wurde.

Neue Modelle und rasantes Wachstum in aller Welt

Nachdem die Briten die Treuhänderschaft an die junge Bundesrepublik übergeben hatten, begann 1950 in Wolfsburg der Bau des VW-Transporters Bully. Zugleich startete die Expansion in alle Welt: Von Kanada über Australien bis nach Mexiko gründete VW Tochtergesellschaften und baute neue Produktionsstätten innerhalb Deutschlands auf. 1960 folgte die Umwandlung in eine AG, an der die Bundesrepublik und das Land Niedersachsen je 20 Prozent hielten. Dies war der erste entscheidende Schritt zur Privatisierung von Volkswagen. 1974 trat ein neues VW-Auto seinen Siegeszug an: der Golf, bald meistverkauftes Auto auf dem europäischen Markt. Die Bundesrepublik privatisierte ihre VW-Anteile Ende der 80er-Jahre, sodass heute nur noch das Land Niedersachsen mit einer Beteiligung in Höhe von rund einem Fünftel des Stammkapitals die Erinnerung an die einst staatlichen Wurzeln wachhält.