Stand: 11.08.2015 12:35 Uhr

Wachleute setzen Reizgas gegen Asylbewerber ein

In einer Asylbewerberunterkunft in Wolfsburg-Fallersleben ist am Montagabend eine Auseinandersetzung zwischen einem Wachdienst und Bewohnern eskaliert. Dabei setzten die Wachleute Pfefferspray gegen die Asylbewerber ein. Sieben Bewohner mussten nach Angaben der Polizei wegen Verletzungen durch das Reizgas in einem Krankenhaus behandelt werden. Unter den Verletzten war auch ein Kind. Feuerwehr, Rettungsdienst sowie Polizei waren mit einem Großaufgebot vor Ort. Die Polizei muss nun klären, ob der Einsatz von Pfefferspray verhältnismäßig war.

Ein Mitarbeiter der Polizei Wolfsburg steht vor dem Revier. © NDR

"Wir haben vier Ermittlungsverfahren eingeleitet"

Thomas Figge von der Polizei Wolfsburg äußert sich zu den Vorfällen im Asylbewerberheim in Wolfsburg. Es werde geprüft, ob der Pfefferspray-Einsatz legitim gewesen war.

5 bei 1 Bewertungen

Mit von 5 Sternen

bewerten

Vielen Dank.

schließen

Sie haben bereits abgestimmt.

schließen

Löste laute Musik Auseinandersetzung aus?

Grund der Auseinandersetzung war Zeugen zufolge eine Feier von Bewohnern mit angeblich zu lauter Musik. Darüber hatten sich nach Angaben der Stadt zunächst Bewohner der Unterkunft beschwert. Daraufhin hätten Mitarbeiter des Sicherheitsdienstes die Bewohner zunächst aufgefordert, die Musik leiser zu stellen - und schließlich den Strom im Gebäude abgestellt. Der Streit eskalierte weiter - schließlich griffen die Wachleute zu Pfefferspray. "Es scheint so zu sein, dass die Security sich angegriffen gefühlt hat", so Stadtsprecher Dennis Weilmann. Die Polizei ermittelt wegen gefährlicher Körperverletzung in beide Richtungen.

Weitere Informationen

"Marshallplan" zur Flüchtlingsunterbringung gefordert

Salzgitters Oberbürgermeister Klingebiel fordert Unterstützung für die Beschaffung von Wohnraum für Flüchtlinge. Leer stehende Wohnungen könnten vorübergehend enteignet werden. (10.08.2015) mehr

Die große Umverteilung: Flüchtlinge ziehen um

Am Montag sind 320 Flüchtlinge aus Braunschweig anderen Gemeinden zugewiesen worden. Wer genau wohin gezogen ist, wird teilweise geheimgehalten - um die Menschen zu schützen. (10.08.2015) mehr