Stand: 06.01.2016 11:08 Uhr

Volkswagen will wieder ein Kumpel sein

von Jürgen Gemen und Roman Schmelter

So gern wäre Volkswagen in den USA wieder der Kumpel für die Autofahrer. Da liegt es nahe, die aktuelle Elektroauto-Studie auch so zu nennen: Budd-e, denn das klingt nach einem echtem Kumpel, einem "buddy" eben. Und mit dem "-e" ist dann auch klar, dass dieses Konzeptauto, das frühestens zum Ende des Jahrzehnts auf die Straße kommen könnte, elektrisch angetrieben wird und nicht mit - böses Wort - Diesel. Dass Volkswagen-Marken-Chef Herbert Diess den Budd-e bei der Technik-Messe CES jetzt vorgestellt hat, hat außer dem Elektroantrieb aber vor allem einen anderen Grund: Der Budd-e soll zeigen, wie vernetztes Fahren in Zukunft aussehen könnte.

VW präsentiert elektrischen Prototyp Budd-e

Da ist er wieder - der direkte Draht zum heimischen Kühlschrank

Wer die Vorteile des vernetzten Lebens darstellen will, bedient sich gerne des vernetzten Kühlschranks als Beispiel. Von unterwegs und damit von überall wird auch der Budd-e seinen Fahrer darüber informieren können, ob der Kühlschrank zu Hause leer ist und was man auf der Heimfahrt noch einkaufen muss. Der Knaller ist aber die Briefkasten-Funktion, die das Auto bieten kann. Weil es fest mit dem Internet verbunden sein wird, kann es per Sprachbefehl zum Öffnen eines speziellen Fachs unter dem Kofferraum bewegt werden. Der Postbote kann dann dort ein Paket ablegen. Der freundliche Nachbar, der Pakete annimmt, wird überflüssig.

Wollen Sie die Verbrauchswerte wissen?

Bei neuen Autos ist es üblich, über Verbrauchswerte zu reden. Aus gegebenem Anlass soll dieses Thema hier nicht überstrapaziert werden, nur so viel: Volkswagen sagt, dass die Akkus das Auto bis zu 533 Kilometer weit bringen, wenn man so fährt wie bei einer Testfahrt auf dem Prüfstand. Während man über diese Information gern herzlich lachen kann, sind die reinen Leistungsdaten des Budd-e dagegen recht eindrucksvoll: Der allradgetriebene Wagen bringt 317 PS auf die Straße. Das klingt nach Fahrspaß.

Habt uns wieder lieb!

Von seinem Design her soll der Budd-e ausdrücklich an die erste Generation des legendären VW-Bulli erinnern. Leider weiß außer ein paar Alt-Hippies kaum noch jemand, wie dieses Auto ausgesehen hat. Dank dieses Bullis genoss Volkswagen in den USA jedenfalls lange Zeit ein tolles Image - und da will Volkswagen of America wieder hin. "Wir schaffen ein anderes und besseres Unternehmen", versprach Markenchef Diess deshalb bei der Präsentation des Budd-e und entschuldigte sich noch einmal für die Manipulation an elf Millionen Diesel-Autos weltweit.

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