Stand: 17.09.2015 09:43 Uhr

VW und Suzuki endgültig "geschieden"

Der Streit um die Beteiligung des Wolfsburger Autobauers VW an Japans viertgrößtem Fahrzeughersteller Suzuki ist nun Geschichte. Volkswagen hat seine 111,6 Millionen Suzuki-Aktien an die Japaner verkauft und hat dafür 460 Milliarden Yen (3,4 Milliarden Euro) bekommen, wie Suzuki am Donnerstag mitteilte. Nach jahrelangem Hin und Her hatte das Schiedsgericht der Internationalen Handelskammer in London Ende August den Rechtsstreit beendet. Die Richter hatten festgestellt, dass die Kündigung der Allianz durch Suzuki rechtens war und VW seinen knapp 20-prozentigen Anteil an dem japanischen Unternehmen verkaufen muss.

Weitere Informationen
13 Bilder

Die Marken des VW-Konzerns

Italienische Stiere, britische Königskarossen und schwedische Wuchtbrummen - unter dem VW-Dach befinden sich die unterschiedlichsten Automobil-Typen. NDR.de stellt die Marken vor. Bildergalerie

Angst vor Verlust der Eigenständigkeit

Zudem bescheinigten die Richter den Wolfsburgern vertragstreues Verhalten und räumten ihnen Schadensersatzansprüche ein. Die Entscheidung war für beide Seiten rechtlich bindend. Beide Partner hatten 2009 eine Allianz vereinbart, bei der Volkswagen 19,9 Prozent der Anteile an Suzuki erwarb, die Japaner wiederum 1,5 Prozent der VW-Aktien. Als Ursache für den erbitterten Streit gilt die Furcht des japanischen Familienunternehmens vor dem Verlust seiner Eigenständigkeit: Der frühere VW-Aufsichtsratschef Ferdinand Piëch soll den Autobauer aus Fernost als nächste Marke in seinem Reich betrachtet haben.

Beide Seiten erhofften sich Vorteile

Suzuki war 2011 bei VW ausgestiegen und forderte im Gegenzug von den Deutschen die Anteile am eigenen Unternehmen zurück. Die Unternehmen hatten ursprünglich den Schulterschluss gesucht, um gemeinsam Kleinwagen zu entwickeln. VW erhoffte sich so auch Zugang zum indischen Markt, wo Suzuki eine dominierende Marktposition innehat. Suzuki wiederum versprach sich Zugang zu alternativen Antrieben von Volkswagen.

Weitere Informationen

VW muss seine Suzuki-Anteile verkaufen

Ein Schiedsgericht in London hat den Rechtsstreit zwischen VW und Suzuki beendet. Die Wolfsburger haben sich demnach vertragstreu verhalten, müssen aber ihre Suzuki-Aktien abstoßen. mehr

VW auf dem Weg an die Weltspitze

Bis 2018 will Volkswagen größter Autobauer der Welt werden. Aber es geht nicht nur um Größe. Auch technologisch und ökologisch will Volkswagen die Konkurrenz abhängen. mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 17.09.2015 | 09:00 Uhr