Stand: 29.03.2016 20:04 Uhr

Regen fehlt: K+S setzt Produktion aus

Wegen fehlender Niederschläge setzt K+S seine Produktion ab 1. April aus, knapp 1.000 Mitarbeiter müssen in Kurzarbeit. (Archiv)

Der Kali-Produzent K+S muss seine Produktion an zwei Standorten in Hessen und Thüringen vorübergehend aussetzen. Grund ist unter anderem zu wenig Regen: Wegen fehlender Niederschläge und einem zu niedrigen Wasserstand der Werra darf K+S weniger Salzabwasser in den Fluss leiten. Wie das Unternehmen am Dienstag mitteilte, wird daher von 1. April an in Hattorf in Hessen und Unterbreizbach in Thüringen die Produktion zunächst ausgesetzt. Betroffen seien knapp 1.000 Mitarbeiter, für sie werde Kurzarbeit in Anspruch genommen, heiß es.

Erst wenn's regnet, kann weiter produziert werden

Wann die Produktion wieder aufgenommen werden kann, hängt nach Angaben des Düngemittel-Produzenten vom Regen ab. "Wir hoffen auf stärkere Niederschläge", sagte ein K+S-Sprecher am Dienstag. Wie hoch die Ausfälle für das Unternehmen sind, lässt sich seinen Angaben nach derzeit noch nicht beziffern.

Die Werra ist durch den Kalibergbau stark belastet. Wegen einer Übergangserlaubnis darf K+S derzeit nur begrenzt Salzabwasser in tiefe Gesteinsschichten versenken. Die Entsorgung muss zudem eng an der Wasserführung der Werra ausgerichtet werden. Die sogenannte Versenkgenehmigung gilt derzeit bis Ende des Jahres; über eine Verlängerung bis 2021 will das Regierungspräsidium Kassel in den kommenden Monaten entscheiden.

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