Stand: 23.06.2017 13:27 Uhr

Razzia in rechtsextremer Szene in Göttingen

Es soll ein Schlag gegen die Neonazi-Szene in Thüringen und Niedersachsen sein: Seit dem frühen Morgen gegen vier Uhr sind Wohnungen und Immobilien von insgesamt 13 mutmaßlichen Rechtsextremisten durchsucht worden. Ihnen wird die Bildung einer kriminellen Vereinigung vorgeworfen. Das teilte die Geraer Staatsanwaltschaft mit. Federführend bei der länderübergreifenden Großrazzia ist das Landeskriminalamt Thüringen.

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Neue Rechte auf dem Vormarsch

Panorama 3 -

Am rechten Rand haben sich in den vergangenen Jahren neue Bewegungen formiert. Dazu zählt die "Identitäre Bewegung", die vom Verfassungsschutz beobachtet wird.

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Ausbildungscamps mit Waffen

Die Männer aus Südthüringen, dem Erfurter Raum und Göttingen sollen zum Teil einer internationalen rechtsextremen Bewegung angehören. Ihr Ziel sei es, gegen die Staats- und Gesellschaftsordnung Deutschlands und anderer europäischer Staaten vorzugehen, erklärte Oberstaatsanwalt Steffen Flieger. Den Namen der Bewegung wollten die Ermittler vorerst nicht preisgeben. Die Verdächtigen hätten unter anderem sogenannte Waldbiwaks veranstaltet, bei denen sie in Wäldern den bewaffneten Kampf geübt haben sollen. Bei den Durchsuchungen ist laut Flieger auch ein Mann festgenommen worden. Er habe sich der Durchsuchung widersetzt und Polizisten attackiert. Gegen ihn solle Haftbefehl beantragt werden.

Festplatten und Handys sicher gestellt

Bei der Razzia seien vor allem Beweismittel wie Festplatten und Handys gesichert worden. Gesucht wurde laut Flieger allerdings auch nach Schusswaffen. Bei der Großrazzia waren Beamte des LKA Thüringen, GSG-9-Spezialeinheiten des Bundes, Beamte des LKA Niedersachsen sowie Polizisten aus Bayern, Baden-Württemberg, Berlin, Brandenburg und Hessen im Einsatz.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Braunschweig | 23.06.2017 | 14:30 Uhr