Stand: 18.10.2016 16:39 Uhr

Lego-Mann schwingt Steinzeitkeule

von Wolf-Hendrik Müllenberg

Zwei Millionen bunte Lego-Steinchen sollen Kindern die Menschheitsgeschichte näherbringen - das ist das Ziel der "Lego-Zeitreise" im Erlebniszentrum paläon in Schöningen (Landkreis Helmstedt). Bei dem achtjährigen Adrian Schnitzler hat das noch nicht so richtig  funktioniert. Was ihm am besten gefällt? "Die große Burg da finde ich toll!", sagt er. Dass es sich bei dieser Burg um den Dom Königslutter handelt, weiß er nicht. Historische Fakten sind ihm ziemlich egal. Er geht lieber zum nächsten Schaukasten, der ihm sehr detailreich die Soldaten des ersten Chinesischen Kaisers präsentiert - die Terrakotta-Armee.

Marge Simpson steht im Dom von Königslutter

Ausstellung mit regionalem Bezug

Das paläon will mit der Ausstellung Kinder wie Adrian nach Schöningen locken. Und das könnte funktionieren: Denn Lego, eines der größten Spielzeugunternehmen der Welt, erfreut sich bereits seit 60 Jahren größter Beliebtheit. "Wir kamen auf die Lego-Ausstellung, weil man mit den Steinen ganz individuell Dinge bauen kann", sagt Jana Hugler, die den Bereich Bildung und Vermittlung im paläon leitet. "Dadurch konnten wir eine ganz eigene Ausstellung mit regionalen Bezügen kreieren."

Kleine Lego-Römer in der Schlacht mit Lego-Germanen

Acht Schaukästen zeigen die gesamte Menschheitsgeschichte. Los geht es bei der Altsteinzeit, einer Epoche, die rund 300.000 Jahre zurückliegt. Lego-Männer schwingen die Steinzeitkeule, erlegen ein Lego-Mammut und tanzen mit Knochen in der Hand um ein Feuer. Auch das alte Ägypten wird präsentiert. Anhand der Tempelanlage "Abu Simbel" wird der Weg vom Steinbruch über den Aufbau bis zur Fertigstellung der Tempel nachgezeichnet. Natürlich dürfen auch die Römer nicht fehlen. In jenem Schaukasten geht es beinahe blutrünstig zu. Besucher blicken auf kleine Lego-Römer, die sich mit Lego-Germanen am Harzhorn eine Schlacht liefern.

VW-Werk mit Lego-Rauch

Ein weiterer Schaukasten zeigt die Entdeckung der Neuen Welt mit Sir Francis Drake und seiner Weltumseglung auf der "Golden Hinde". Die jüngste Geschichte repräsentiert eine sehr junge Stadt: Wolfsburg. Ein Schloss aus Lego-Steinen ist zu sehen, genauso wie das VW-Werk mit Schornsteinen, aus denen weißer Lego-Stein-Rauch entweicht. Daneben steht der ehemalige Grenzübergang Marienborn. Um diesen zu bauen, reisten die Modellbauer extra nach Helmstedt, um sich das Original anzuschauen.

Lego-Modell des alten Rom. © NDR Fotograf: Wolf-Hendrik Müllenberg

"In kürzester Zeit durch die Welt reisen"

Hallo Niedersachsen -

Die Menschheitsgeschichte in zwei Millionen Lego-Steinen: Vom alten Ägypten bis hin zur Neuzeit zeigt das paläon in Schöningen bis Mitte Januar Geschichte für Kinderaugen.

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Zum Schluss die eigene Welt schaffen

"Nicht schlecht", sagt Adrian über die Nachbildung des einstigen Nadelöhrs zwischen der damaligen DDR und der Bundesrepublik Deutschland. Dann hat er aber genug geguckt. Jetzt will er selbst bauen. Dafür stellt das paläon Lego-Steine für Kinder bereit. Stein auf Stein schafft Adrian seine eigene Welt - und verzichtet dabei ganz auf historische Vorbilder.

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Das paläon in Schöningen zeichnet 300.000 Jahre Menschheitsgeschichte nach: Vom Neandertaler über den Steinzeitmenschen bis hin zur Neuzeit - alles nachgebaut aus Legosteinen.

Datum:
Ende:
Ort:
paläon Forschungs- und Erlebniszentrum Schöninger Speere
Paläon 1
38364  Schöningen
Telefon:
(05352) 96 91 40
Preis:
Erwachsene 12 Euro, ermäßigt 8,50 Euro, Familienkarte 29 Euro
Öffnungszeiten:
Dienstags bis sonntags von 10 bis 18 Uhr, montags geschlossen, außer an Feiertagen.
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Hallo Niedersachsen | 25.03.2016 | 19:30 Uhr