Stand: 07.12.2017 15:43 Uhr

Gute Laune trotz Weihnachtsmarktbarrieren

von Franziska Mahn

Kleine Buden, viele Lichter, Mandelduft und Kunsthandwerk - so präsentiert sich der Braunschweiger Weihnachtsmarkt rund um das historische Ensemble von Burg und Dom. Doch in diesem Jahr fallen, wie auch auf anderen Weihnachtsmärkten Niedersachsens, die Sicherheitsvorkehrungen rund um das Gelände stärker in den Blick: Betonbarrieren stehen an den Rändern des Geländes, Schranken riegeln die Zufahrtsstraßen ab, hüfthohe Metallzylinder, die tief im Boden verankert sind, sichern zusätzlich das Gelände. Polizisten mit Maschinenpistolen sind zwischen den Weihnachtsmarktbuden präsent.

Betonpoller für die Sicherheit

Besucher schreckt das nicht

Die meisten Weihnachtsmarktbesucher lassen sich ihre gute Laune trotz der allgegenwärtigen Sicherheitsvorkehrungen nicht verderben. Es sei ihr nicht egal, sagt eine Frau, aber sie habe auch keine Angst. Auch andere haben sich zwar mit den möglichen Gefahren auseinander gesetzt, sehen aber keinen Anlass, dem Weihnachtsmarkt fernzubleiben. "Wenn man sich davon beeinflussen ließe, wäre ja der Spaß vorbei", sagt ein Rentner.

Ganz ausblenden geht aber auch nicht

Gesprächsthema sind die Betonpoller und die bewaffnete Polizei in Braunschweig dennoch hier und da. Und nicht jeder kann eine mögliche Gefahr ganz ausblenden. Letztes Jahr habe sie mit ihrer Familie Weihnachtsmärkte komplett gemieden, sagt eine junge Mutter. Dieses Jahr sei sie mit einem guten Gefühl hergekommen, bekäme aber nun doch wieder ein mulmiges Gefühl. Er fühle sich zwar sicher, sagt ein junger Mann, aber es sei doch recht seltsam, die Beamten mit Maschinenpistolen zu sehen.

Veranstalter zufrieden

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So nimmt auch Gerold Leppa, Leiter des Braunschweiger Stadtmarketings, die Situation auf dem Weihnachtsmarkt wahr. Zwar seien die Menschen sensibilisiert, aber dass nun mehr oder weniger Besucher wegen der Sicherheitslage kämen, sei nicht festzustellen. Er sei mit dem bisherigen Verlauf des Weihnachtsmarkts zufrieden. Dieser Meinung schließt sich auch Polizeisprecher Joachim Grande an. Zwar hätten sich viele Autofahrer noch nicht damit abgefunden, dass in diesem Jahr erstmals eine zentrale Zufahrtsstraße zum Weihnachtsmarkt aus Sicherheitsgründen für private Pkw gesperrt sei. Aber insgesamt sei die Lage ruhig; auch die üblichen Delikte wie Taschendiebstahl und Körperverletzungen hielten sich stark in Grenzen.

Betonpoller als Attraktion bei Besuchern

Eine besonders gesicherte Straße ist mittlerweile fast zu einer kleinen Attraktion geworden. Hier schiebt sich der Bus- und Zulieferverkehr durch und muss dabei im Schritttempo einen Slalomparcours um große Betonblöcke herum absolvieren. Danach fahren die Busse und Lkw vorsichtig durch eine - ebenfalls mit Barrieren verengte Passage - hinter den Weihnachtsmarktbuden hindurch. "Wir wollten uns das nur mal angucken", sagt eine Frau. Und ihr Mann ergänzt, dass er sich nun tatsächlich sicherer fühle. Allerdings nicht wegen einer möglichen terroristischen Gefahr, sondern weil der Autoverkehr deutlich eingeschränkt sei.

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Dieses Thema im Programm:

NDR Info | Aktuell | 06.12.2017 | 08:50 Uhr

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