Stand: 19.09.2017 12:48 Uhr

Exotisches Tier sorgt für Wirbel in Helmstedt

Auf der Flucht: Eine Nandu-Henne läuft im Landkreis Helmstedt über ein Feld..

Seit einigen Wochen treibt sich ein exotischer Laufvogel in der Region Helmstedt herum. Der Nandu, ein bis zu 1,40 Meter großes Tier, war seinem Besitzer Ende August entwischt. Im Landkreis Helmstedt wurde der Großvogel seitdem bereits mehrmals gesehen.

Zu flink für die Feuerwehr

Versuche den Nandu einzufangen sind allerdings fehlgeschlagen. Hauptgrund: Das spärlich gefiederte Tier ist sehr schnell. Ein ausgewachsener Nandu kann auf offenem Gelände Geschwindigkeiten von bis zu 60 Kilometer pro Stunde erreichen und schlägt Haken. Auch Gewässer bereiten ihm keine großen Probleme - der Nandu gilt als guter Schwimmer. Entsprechend schwierig gestalteten sich Einfangversuche, etwa durch die Feuerwehr der Samtgemeinde Grasleben.

Emu entpuppt sich als Nandu

Die Polizei Wolfsburg war nach den Zeugenbeschreibungen zunächst von einem ausgebüxten Emu ausgegangen. Mittlerweile ist jedoch klar, dass das falsch war. Der Besitzer des Tieres, ein Züchter aus der Region, hat sich bei der Polizei gemeldet und offenbart, dass es sich um seine Nandu-Henne handelt. Diese sei ihm beim Umladen entlaufen.

Gregor Wilhelm im Tierpark Essehof, rechts mehrere Nandus © NDR

Entflohener Nandu narrt die Feuerwehr

Hallo Niedersachsen -

Ein exotischer Laufvogel sorgt seit Ende August für Aufsehen in der Region Helmstedt: Der entflohene Nandu ist einfach nicht zu fassen.

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In der Region sorgt der südamerikanische Ausbrecher seitdem für ziemliches Aufsehen: Immer wieder wurde der Nandu von Autofahrern und Passanten in der Region gesehen, die sich anschließend bei der Polizei meldeten. Dort sind die Möglichkeiten jedoch eingeschränkt: Nandus stammen zwar aus Südamerika - sie gelten in Deutschland aber rechtlich als heimische Art. Entsprechend behandelt die Polizei in Wolfsburg das entlaufende Tier auch. Eine organisierte Fang-Aktion ist nicht geplant. "Die Maßnahmen erschöpfen sich für uns", sagte Sven-Marco Claus von der Polizei Wolfsburg auf Nachfrage von NDR.de.

Mehr als 200 Nandus leben in Norddeutschland

Zurückzuführen ist das auf einen weiteren Nandu-Ausbruch: Sieben Tiere waren zur Jahrtausendwende aus einer privaten Haltung bei Lübeck ausgebrochen. Die anpassungsfähigen Nandus ließen sich im Grenzgebiet zwischen Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein nieder und vermehrten sich.

Die Population der geschützten Vögel, die unter das Washingtoner Artenschutzabkommen und das Bundesnaturschutzgesetz fallen, knackte im Herbst 2016 erstmals die Marke von mehr als 200 Tieren in Norddeutschland.

Probleme mit Versicherungsschutz

Natürliche Feinde hat der Nandu in Deutschland nicht. Die Tiere ernähren sich vom Grün auf den Feldern und lieben - zum Ärger mancher Landwirte - offenbar jungen Raps, fressen aber auch unter anderem geschützte Libellen, Heuschrecken und Schmetterlinge.

Autofahrer sollten übrigens besonders achtsam sein, wenn sie ein Nandu sehen. Und das nicht nur mit Blick auf das Wohl des Tieres: Ein Unfall mit einem bis zu 25 Kilogramm schweren Nandu kann nämlich schnell zum Ärgernis werden. Denn: Versicherungen kommen in der Regel nur für Unfälle mit Wildtieren auf, die Haare haben. Gegen einen Unfall mit einem Federvieh ist man dagegen nicht abgesichert.

Weitere Informationen

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Die einzige wilde Nandu-Population Deutschlands ist weiter gewachsen: In Nordwestmecklenburg wurden mehr als 200 der Laufvögel gezählt. Landwirte und Forscher sehen die Ausbreitung kritisch. (3.11.2016) mehr

Dieses Thema im Programm:

Hallo Niedersachsen | 19.09.2017 | 19:30 Uhr

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