Stand: 17.08.2017 14:41 Uhr

Erhöhte Radioaktivität: Bohrung in Asse gestoppt

Im Atommülllager Asse bei Wolfenbüttel sind bei Probebohrungen in 750 Meter Tiefe erhöhte Werte des radioaktiven Gases Radon und seiner Zerfallsprodukte gemessen worden. Wie eine Sprecherin der Bundesgesellschaft für Endlagerung (BGE) mitteilte, wurden die Bohrungen daraufhin abgebrochen. "Die Mitarbeiter im Kontrollbereich haben radiologische Schutzmaßnahmen ergriffen, das Bohrgestänge wurde ausgebaut und die Bohrung verschlossen", sagte sie. Es habe zu keinem Zeitpunkt eine Gefährdung von Beschäftigten oder der Umwelt bestanden.

Hat der Bohrer die Kammer getroffen?

Der Vorfall ereignete sich am Mittwoch an der Einlagerungskammer 7, die seit 2012 vom BGE mit einem Bohrprogramm erkundet wird. In der aus dem Bohrloch zurückströmenden Luft seien erhöhten Radioaktivitätswerte festgestellt worden, hieß es. Unmittelbar nach dem Abbruch der Bohrung seien die Werte allerdings wieder abgefallen. Die Messergebnisse sollen noch im Laufe des Tages mit Hilfe externer Fachleute analysiert werden. Mit Ergebnissen rechnet die BGE jedoch nicht vor Mitte nächster Woche. Unklar ist bislang, ob der Bohrer bereits die eigentliche Kammer getroffen hat, in der der radioaktive Müll lagert. Es könne sich auch um einen vorgelagerten Hohlraum handeln, so die Sprecherin.

Zukunft von 126.000 Fässern offen

Mit den routinemäßigen Probebohrungen soll der Zustand der Atommüllkammern überprüft werden. Die BGE betreibt das marode Bergwerk, in dem rund 126.000 Fässer mit schwach und mittelradioaktiven Abfällen lagern. Sie sollen nach Möglichkeit aus der Asse herausgeholt werden.

Weitere Informationen

Asse-Lauge soll bei Hannover entsorgt werden

In einem stillgelegten Bergwerk in der Region Hannover soll die in das Atommülllager Asse fließende Lauge entsorgt werden. Die Lauge ist nicht oder nur gering radioaktiv belastet. (22.06.2017) mehr

Initiativen protestieren gegen Asse-Verfüllung

Die teilweise Verfüllung des maroden Atommüll-Lagers Asse ist aus Sicht der Menschen in Wolfenbüttel viel zu gefährlich. Mehrere Initiativen haben deshalb in Berlin protestiert. (02.05.2017) mehr

"Löchrig wie ein Käse": 50 Jahre Endlager Asse

Nur ein Jubiläum, kein Feiertag: Vor 50 Jahren wurden die ersten Fässer mit Atommüll in der Asse abgekippt. Das Bergwerk droht einzustürzen, Wasser dringt ein. Eine Lösung? Nicht in Sicht. (05.04.2017) mehr

Der Streit über die Atomkraft

Störfälle, Pannen, Demonstrationen - im Norden sorgt die Nutzung der Kernenergie seit mehr als 30 Jahren für Schlagzeilen. NDR.de informiert über eine umstrittene Technologie. mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 17.08.2017 | 13:00 Uhr

Mehr Nachrichten aus Niedersachsen

02:49

Winterwetter: Zäher Verkehr auf der A 2

11.12.2017 19:30 Uhr
Hallo Niedersachsen
04:11

Birigt Honé: Ministerin für Europa-Angelegenheiten

11.12.2017 19:30 Uhr
Hallo Niedersachsen
01:15

Tarifverhandlungen bei Volkswagen gestartet

11.12.2017 16:00 Uhr
NDR//Aktuell