Stand: 08.01.2016 20:56 Uhr

Autoverkäufe: VW verpasst die Zehn-Millionen-Marke

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Knapp fünf Prozent weniger Autos der VW-Kernmarke werden 2015 verkauft. (Themenbild)

Schwindel-Software in Diesel-Motoren: Das vergangene Jahr war beim Wolfsburger Autobauer Volkswagen ein schweres - und endet beim Blick auf die Verkaufszahlen noch mit einem herben Dämpfer. Während VW 2014 auf dem Weg zur Weltspitze noch die magische Zehn-Millionen-Marke geknackt hatte, schaffte es der Konzern im vergangenen Jahr nicht. Mit gut 9,93 Millionen Stück hat VW zwei Prozent weniger Autos ausgeliefert als noch in 2014, wie das Unternehmen am Freitag mitteilte. Damals waren es noch 10,14 Millionen. Dennoch nennt der neue Konzern-Chef Matthias Müller die Zahl wegen der "herausfordernden Marktsituation ein hervorragendes Ergebnis".

Kunden strafen VW-Kernmarke ab

Innerhalb des Konzerns haben erneut die Luxusmarken Audi und Porsche zugelegt. Bei der Pkw-Kernmarke Volkswagen - mit Klassikern wie Golf und Passat - sind die Verkäufe hingegen vor allem zum Jahresende eingebrochen. Der Absatz sackte im Dezember um 7,9 Prozent auf 487.700 verkaufte Autos ab. Unterm Strich ist VW damit im Jahr des Abgas-Skandals rund 5,82 Millionen Autos losgeworden - 4,8 Prozent weniger als im Jahr zuvor.

Markteinbruch in Brasilien und Russland

In Europa und Nordamerika, wo VW in den vergangenen Monaten die Auswirkungen des Diesel-Skandals am heftigsten zu spüren bekam, stieg der Absatz dagegen auf Jahressicht. Praktisch zusammengebrochen sind allerdings die Märkte in Russland und Brasilien. Auch in China, dem wichtigsten Absatzmarkts der Wolfsburger, verzeichnet VW ein ungewöhnliches Minus von gut drei Prozent. Für dieses Jahr geht Müller davon aus, dass "weitere Herausforderungen" warten. Mitte des Jahres will Müller eine neue Strategie vorlegen, mit der Volkswagen fit für die Zukunft gemacht werden soll.

Am Montag wird VW-Chef Müller bei der US-Automesse in Detroit erwartet. Es ist sein erster Besuch in den USA, wo der Skandal um die manipulierten Abgaswerte seinen Anfang nahm. VW drohen deshalb dort neben einem Imageschaden auch Milliarden-Strafzahlungen.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 08.01.2016 | 18:00 Uhr