Stand: 22.09.2016 10:39 Uhr

Ausstellung zeigt Schicksale von Orang-Utans

Unter dem Titel "Letzte Hoffnung für die Orang-Utans" macht eine Ausstellung im Staatlichen Naturhistorischen Museum auf die vom Aussterben bedrohten Menschenaffen aufmerksam. Anhand von 40 Fotografien und Videos zeigt die Organisation "Borneo Orangutan Survival Deutschland" (BOS) das Schicksal einzelner Tiere und stellt vor, was sie für deren Schutz tut. Dem Orang-Utan-Mädchen "Kesi" zum Beispiel fehlt die linke Hand. Auf einem Foto ist zu sehen, wie es an seinem verbliebenen Arm an einem Ast baumelt. "'Kesi' ist als kleines Baby wahrscheinlich auf einer Palmöl-Plantage ihrer Mutter entrissen worden, die getötet wurde. Und weil sie sich so an ihre Mutter geklammert hat - als dreimonatiges Baby - wurde ihr die Hand abgehackt", erzählt Susanne Danke vom Verein BOS.

Palmöl zerstört Lebensraum von Orang-Utans

Traumatisierte Waisen werden gepflegt

Orang-Utan bedeutet übersetzt "Waldmensch": Die Menschenaffen leben überwiegend in Baumwipfeln der indonesischen Regenwälder. Diese werden jedoch mehr und mehr abgeholzt, um Plantagen zur Produktion von Palmöl zu gewinnen, so Danke dazu. Bei der Abholzung würden die Elterntiere aufgeschreckt und erschossen. BOS nehme sich der traumatisierten Waisenkinder an und sorge dafür, dass sie in eigens aufgekauften Regenwaldflächen wieder ausgewildert werden - darunter war auch "Kesi".

Palmöl in jedem zweiten Supermarktprodukt

Museumsdirektor Ulrich Joger hat große Erwartungen: "Die Ausstellung geht ein bisschen subtil vor. Sie verwendet zu Herzen gehende Bilder von kleinen Orang-Utans. Ich hoffe, die Besucher verstehen dabei auch, dass es eigentlich um die Vernichtung des Lebensraumes geht." Der Entwicklung können Verbraucher aber etwas entgegensetzen, sagt BOS-Vertreterin Danke: "Jeder kann etwas tun, indem er auf Palmöl verzichtet." Mit der Handy-App "Codecheck" beispielsweise ließen sich Lebensmittel und Kosmetika auf Palmöl kontrollieren. Mittlerweile sei Palmöl in jedem zweiten Supermarktprodukt enthalten.

Tierschützer stehen für Information zur Verfügung

Mitglieder der BOS-Regionalgruppe Hannover-Braunschweig stehen Gruppen für Führungen durch die Ausstellung und immer sonntags als Ansprechpartner im Naturhistorischen Museum zur Verfügung.

Ausstellung zeigt Schicksale von Orang-Utans

Eine Ausstellung im Naturhistorischen Museum Braunschweig erklärt, warum Orang-Utans vom Aussterben bedroht sind. Sie dokumentiert mit Fotos und Videos das Schicksal der Tiere.

Art:
Ausstellung
Datum:
Ende:
Ort:
Staatliches Naturhistorisches Museum
Pockelsstraße 10
38106  Braunschweig
Telefon:
(05 31) 2 88 92-0
E-Mail:
info.snhm@3landesmuseen.de
Preis:
Erwachsene 5 €, ermäßigt 3 €, Kinder (6 bis 14 Jahre) 2 €
Öffnungszeiten:
dienstags bis sonntags 9 -17 Uhr, mittwochs 9 -19 Uhr, montags geschlossen
Hinweis:
Schulklassen können auf per Mail (BOS-H-BS@gmx.de) einen Termin für einen begleiteten Rundgang vereinbaren. Für Lerngruppen ist der Eintritt frei.
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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Braunschweig | 21.09.2016 | 17:00 Uhr

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