Stand: 29.12.2016 15:16 Uhr

Aldi verbannt Fleisch kastrierter Schweine

Bild vergrößern
Das Verkaufsverbot für das Fleisch betäubungslos kastrierter Schweine gilt nur für Frischfleisch. (Archivbild)

Ab 2019 darf in Deutschland kein Fleisch von männlichen Schweinen mehr verkauft werden, die ohne Betäubung kastriert wurden. Doch schon zwei Jahre vor diesem gesetzlichen Verbot verbannen einige Einzelhändler solches Frischfleisch aus ihren Läden. Aldi Nord und Aldi Süd haben angekündigt, vom 1. Januar an neben Fleisch von weiblichen Schweinen nur noch Fleisch von Ebern zu verkaufen. Eine Ausnahme gebe es bei Bio-Ware, teilte Aldi Nord mit. Rewe akzeptiert neben der Ebermast auch die Kastration unter Betäubung und die sogenannte Immunokastration, eine Art Impfung gegen den Ebergeruch.

Uneinigkeit unter den Händlern

Recherchen des NDR hatten bereits im November ergeben, dass der Discounter Lidl offenbar längst Fakten geschaffen hat. Nach eigener Aussage akzeptiert das Unternehmen bereits seit Anfang 2015 nur noch Frischfleisch von "nicht kastrierten Schweinen" - also von Sauen und Ebern. Edeka und Netto wollten sich damals noch nicht festlegen lassen und verwiesen auf "weiteren Forschungs- und Klärungsbedarf". Kaufland wollte "Ebermast" und "schmerzfreie Kastration unter Betäubung" akzeptieren.

Kleine Schweine-Begriffskunde

Das weibliche Schwein heißt Sau, das männliche, unkastrierte Schwein nennt man Eber, das Jungtier Ferkel. Wenn ein männliches Tier kastriert worden ist, bezeichnet man es als Börge. Die Mast von Sauen und Börgen nennt man Schweinemast, die Mast von unkastrierten Ebern Ebermast.

Schweinefleisch wird teurer

Die männlichen Tiere werden bislang wenige Tage nach der Geburt ohne Betäubung kastriert, weil bei Eberfleisch die Gefahr besteht, dass es aufgrund von Hormonen beim Erhitzen unangenehm riecht. Um dieses Fleisch später auszusortieren, müssen speziell geschulte Mitarbeiter in den Schlachthöfen beschäftigt werden. Das verteuert die Produktion - was allerdings auch für Betäubung und Impfung gilt. Experten gehen von einem Mehrpreis von vier Euro pro Tier aus.

Weitere Informationen

Eberfleisch: Angst vor Gestank aus der Pfanne

Ab 2019 dürfen Ferkel nicht mehr ohne Betäubung kastriert werden. Landwirte haben auf der EuroTier über Alternativen diskutiert - wobei ein unangenehmer Geruch Probleme bereitet. (18.11.2016) mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 29.12.2016 | 15:00 Uhr

Mehr Nachrichten aus Niedersachsen

01:25

Krankenhaus Delmenhorst in Not

22.09.2017 14:00 Uhr
NDR//Aktuell
01:24

Asli Erdogan bekommt Friedenspreis

22.09.2017 16:00 Uhr
NDR//Aktuell