Stand: 25.11.2008 20:15 Uhr  | Archiv

Medizinischer Honig heilt Wunden

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Honig ist nicht nur lecker, sondern auch sehr gesund.

Husten, Schnupfen, Heiserkeit: In der kühlen Jahreszeit tut ein Glas warme Milch mit Honig besonders gut. Dieses alte Hausmittel ist nicht nur lecker, sondern auch sehr gesund. Honig besteht neben Zucker aus vielen Proteinen, Mineralstoffen und Vitaminen. Vor allem aber enthält der goldene Sirup das Bienen-Enzym Glucose-Oxidase, das Zucker in kleine Mengen antibakteriell wirkendes Wasserstoffperoxid umwandelt. Daher war Honig nicht nur im Altertum für seine Heilkraft bekannt, sondern findet auch in der heutigen Schulmedizin immer mehr Anwendung.

Besonders wirksam: Manuka-Honig

Der neuseeländische Manuka-Honig ist besonders wirksam, denn er enthält einen hohen Anteil Methyl-Glyoxal - ein hochwirksames Mittel gegen Bakterien. Es wirkt als natürliches Antibiotikum auch gegen Erreger, die gegen aktuelle Antibiotika resistent sind. So kann der süße Bakterienkiller Nasennebenhöhlen-Entzündungen bekämpfen und die Heilung von Wunden beschleunigen. Zum Einsatz kommt dabei speziell gereinigter Honig aus der Apotheke, der als Arzneimittel zugelassen ist - der sogenannte Medihoney. Neben dem Manuka-Honig besteht der medizinische Honig aus antibakteriell wirkendem einheimischen Honig.

Ärzte der Bonner Universitäts-Kinderklinik setzten das Naturprodukt zur Behandlung von schlecht heilenden Wunden ein. Neben der Abtötung hartnäckiger Bakterien, beschleunigt der Medihoney den Wundschluss. und das ohne Nebenwirkungen. Außerdem erleichtert er den Verbandswechsel und wird von Patienten sehr gut vertragen und akzeptiert. Bisher profitieren vor allem Krebspatienten von einer Wundversorgung mit Honig. Ihr geschwächtes Immunsystem wird mit Keimen, die sich in jeder Wunde finden, oft nicht fertig. Wer Honig medizinisch anwenden möchte, sollte stets den Arzt um Rat fragen.

Auch Supermarkt-Honig hilft

Ob in warmer Milch oder Tee: Auch der Honig aus dem Supermarkt wirkt leicht antibakteriell und kann bei Erkältungskrankheiten helfen. Aber das natürliche Heilmittel darf nicht über 40 Grad erhitzt werden, sonst leiden die wertvollen Inhaltstoffe. Diabetiker und Übergewichtige sollten bei der Dosierung vorsichtig sein, denn Honig enthält viele Kalorien.

Bonbons mit Honigzusatz fehlt das wichtige Bienen-Enzym. Bonbons sorgen aber für einen vermehrten Speichelfluss und halten so den Hals feucht - eine wirksames Mittel gegen Hustenreiz.

Interviewpartner im Beitrag:

Prof. Dr. Thomas Henle
Lebensmittelchemiker
Institut für Lebensmittelchemie
TU-Dresden
01062 Dresden

PD Dr. Arne Simon
Facharzt für Kinder- und Jugendmedizin
Pädiatrische Hämatologie und Onkologie
Zentrum für Kinderheilkunde
Universitätsklinikum Bonn
Adenauerallee 119
53113 Bonn

Ute Hantelmann
Ernährungsberaterin
Zentrale für Ernährungsberatung e.V.
c/o HAW Hamburg
Lohbrügger Kirchstraße 65
21033 Hamburg
E-Mail: info@zeb-hh.de

 

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Visite | 25.11.2008 | 20:15 Uhr

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