Bettwanzen - gefährliche Urlaubsmitbringsel

Sie reisen als blinde Passagiere im Urlaubsgepäck und nisten sich oft zunächst unbemerkt in der Wohnung ein: Bettwanzen. Dort vermehren sie sich rasant und werden meist erst bemerkt, wenn sie jede Nacht zustechen.

Vorsicht Bettwanzen!

Visite - 25.06.2013 20:15 Uhr - Autor/in: Volker Ide

In vielen Urlaubsländern verbreitet, werden sie unwissentlich von Touristen im Gepäck eingeschleppt. Wenn sie sich erst einmal eingenistet haben, wird man sie nur schwer wieder los.

Immer häufiger treten die kleinen Blutsauger in Deutschland auf, meist eingeschleppt aus Urlaubsländern wie Österreich, Schweiz, Italien, Spanien und den USA. Hier sind viele Hotels von den winzigen Parasiten befallen - allein in New York wurden im vergangenen Jahr mehr als 10.000 Fälle registriert und die Dunkelziffer dürfte deutlich höher sein. Auch mit alten Möbeln, vor allem Sofas, oder Flohmarktschnäppchen holen sich viele die Plagegeister ins Haus.

Stich der Bettwanze nicht zu spüren

Tagsüber sind sie mit dem bloßen Auge kaum zu entdecken, sie verstecken sich zum Beispiel hinter Tapeten und Heizungsrohren oder in den Kanten der Matratzen. Im Unterschied zu einem Mückenstich spüren Menschen den einzelnen Stich einer Bettwanze nicht, Rötung und Juckreiz treten erst Tage später auf.

Die meisten Betroffenen leiden im schlimmsten Fall unter zahlreichen schmerzhaften und juckenden Stichen, die gefährliche allergische Reaktionen auslösen können. Zwar übertragen Bettwanzen selbst keine Krankheiten, doch nicht selten kratzen Betroffene die juckenden Einstichstellen auf und riskieren damit eine sogenannte Superinfektion durch gefährliche Bakterien.

Wie bekämpft man Bettwanzen?

Bei der Suche nach Bettwanzen sind ausgebildete Spürhunde hilfreich: Sie erkennen die Parasiten an ihrem süßlichen Duft und können nicht nur die Nester aufspüren, sondern erschnüffeln sogar einzelne Tiere. Erkennen Urlauber, dass ihr Hotelzimmer befallen ist, können sie so auch kontrollieren, ob sie Plagegeister mit nach Hause gebracht haben. In diesem Fall sollte die Kleidung schon am Flughafen getauscht und das Gepäck isoliert werden. Die befallene Kleidung wird dann bei -18  Grad mehrere Tage eingefroren. Wer eine Gefriertruhe hat, kann auch den gesamten Koffer tiefkühlen. Ansonsten sollte man das Gepäck in der Badewanne auspacken und einfrieren oder alles bei 60 Grad waschen - das überleben die Bettwanzen nicht.

Spuren erkennen

Wichtig ist, dass alle Wanzen getötet werden. Werden die Bettwanzen nicht entdeckt, vermehren sie sich rasend schnell und sind nur schwer wieder loszuwerden. Im Zimmer hinterlassen sie dann eindeutige Spuren: kleine, rundliche, braunschwarze Kotflecken zum Beispiel an Steckdosen oder hinter Teppichkanten, die sich im Unterschied zu Fliegenkot nicht mit Wasser abwischen lassen. Ist eine Wohnung von Bettwanzen befallen, bleibt nur der Einsatz von Pestiziden durch einen Schädlingsbekämpfer.

Interviewpartner:

Dr. Jutta Klasen
FG IV 1.4 - Gesundheitsschädlinge und ihre Bekämpfung
Umweltbundesamt Berlin

Sonja Schlamp
Suchhundeausbilderin
Nelly, Bettwanzenspürhund
Firma Dog Tracy
Elgersburger Straße 27
14193 Berlin
Tel. (030) 895 80 430

Mario Heising
Schädlingsbekämpfer
SchaDe Umwelthygiene und Schädlingsbekämpfung GmbH
Danziger Straße 172
10407 Berlin
Tel. (030) 442 76 77
Fax (030) 442 82 72

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