Kinder schlagen im Namen Gottes
Einige christliche Prediger empfehlen, Kinder mit der Rute zu erziehen. mehr
Miriam Staudte fordert, dass evangelikale Erziehungsratgeber, die zur körperlichen Züchtigung aufrufen, aus dem Handel genommen werden.
Die eigenen Kinder mit der Rute züchtigen, weil das so in der Bibel steht - christliche Prediger, die dazu aufrufen oder Buchverlage, die solche Thesen verbreiten, rufen nach Ansicht der Grünenpolitikerin Miriam Staudte zu Straftaten auf. Deshalb hat die stellvertretende Fraktionsvorsitzende im Niedersächsischen Landtag Strafanzeige gestellt: gegen die Herausgeber von derartigen evangelikalen Erziehungsratgebern sowie gegen den Prediger Wilfried Plock.
"Wer Kinder schlägt, begeht nicht nur Körperverletzung, sondern schädigt die Entwicklung eines Kindes für das ganze Leben", sagte Staudte am Mittwoch in Hannover. Sie nahm in ihrer Anzeige Bezug auf einen Bericht von NDR.de und Hallo Niedersachsen. Darin wurde aus christlichen Erziehungsratgebern zitiert, in denen die körperliche Züchtigung trotz Verbots in Deutschland als Erziehungsmethode gepriesen wurde. Auch Plock hatte so argumentiert: "Es gibt einen extra von Gott gepolsterten Platz mit vier Buchstaben: P-O-P-O. Da kann man Kinder unter Umständen hinschlagen, auch mit einer Rute."
Einige christliche Erziehungsratgeber empfehlen, Kinder körperlich zu züchtigen. Auch auf Vortragsreisen durch Niedersachsen vertreten evangelikale Prediger diese Haltung.
Die Ausführungen in den betreffenden Veröffentlichungen stellen laut Staudte eine "Aufforderung zur Straftat" dar. "Um das Wohl der Kinder zu schützen, müssen solche Ratgeber umgehend aus dem Verkehr gezogen werden", sagte die Grünen-Politikerin. Sie appellierte an Verlage und Versandanbieter, entsprechende Druckwerke nicht in den Handel zu bringen.
Der o.g. Artikel gibt die Ansicht von Frau Miriam Staudte wieder. Das vorgenannte Ermittlungsverfahren ist zwischenzeitlich gemäß §170 Abs. 2 StPO eingestellt worden.