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Pferdefleisch im Hacksteak aus Cuxhaven

Nahaufnahme einer homogenisierten Fleischprobe eines Fertiggerichts. © NDR Fotograf: Peter Jagla Detailansicht des Bildes Bislang hat das Amt für Verbraucherschutz kein Pferdefleisch in Proben gefunden. Die gute Nachricht kommt aus Göttingen: Das Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (LAVES) hat mittlerweile 92 von 99 eingereichten Lebensmittelproben auf Pferdefleisch untersucht - und keines gefunden. Die schlechte Nachricht kommt aus Cuxhaven: Der Hersteller Wingert Foods hat am Freitag Zigeuner-Hacksteak der Marke "Maitre Corbell" zurückgerufen. Es könne nicht ausgeschlossen werden, dass Anteile von Pferdefleisch in dem Produkt enthalten seien, teilte das Unternehmen mit. Das Gericht sei in den Supermärkten bereits aus dem Verkauf genommen worden.

EU-Taskforce soll Kontrollen überwachen

Unterdessen hat Niedersachsens neuer Landwirtschaftsminister Christian Meyer (Grüne) eine EU-Task-Force vorgeschlagen, die bei Lebensmittelskandalen zum Einsatz kommen soll. Der "Osnabrücker Zeitung" sagte Meyer: "Es muss endlich deutlich werden, was in Lebensmitteln drin ist und wo es herkommt." Es gehe um ein europaweites, ja sogar weltweites Problem. Eine besondere Herausforderung seien die internationalen Warenströme mit zig Zwischenhändlern. Lebensmittel-Kontrollen sollten von einer bei der EU-Kommission angesiedelten Taskforce koordiniert werden, ansonsten sei ein Land anfälliger für Manipulationen als ein anderes.

Ermittlungen gegen Schpyke

Das Unternehmen Schypke bereitet sich derweil auf eine Klage gegen Unbekannt vor, so der Firmensprecher. Die Firma aus Steinfeld verarbeite ausschließlich Rindfleisch. Ein DNA-Test widerspricht den Lieferdokumenten: In der Fleischmasse ist Pferdefleisch enthalten. Der könnte von Lieferanten aus dem europäischen Ausland stammen. Die Staatsanwaltschaft Oldenburg ermittelt weiter gegen das Unternehmen aus Steinfeld, Ergebnisse stehen noch aus. Bei Schypke droht aufgrund des Fleischskandals jetzt Kurzarbeit. Der Schweizer Lebensmittelproduzent Nestlé hatte den Betrieb beschuldigt, ihm falsch deklariertes Fleisch für Ravioli und Tortellini geliefert zu haben.

Schypke weist Verantwortung zurück

Der Fleischverarbeiter und Wursthersteller aus Steinfeld hatte die Vorwürfe zuvor zurückgewiesen. "Wir haben uns nichts zuschulden kommen lassen, wir produzieren weiter", sagte Schypke-Vertriebschef Manfred Diekmann. Bei Schypke wird laut Geschäftsführung weder geschlachtet noch zerlegt. Das Fleisch werde von zertifizierten Lieferanten bezogen und in Steinfeld lediglich weiterverarbeitet.

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Kühllaster stehen auf dem Firmengelände der Firma H.J.Schypke © dapd Fotograf: David Hecker
 
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Der Lebensmittelproduzent Nestlé beschuldigt den Steinfelder Fleischlieferanten Schypke, nicht deklariertes Pferdefleisch in Nudelprodukten verwertet zu haben.

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Fleisch darf nicht verarbeitet werden

Nach den Berichten über die Firma aus Steinfeld ordnete der Landkreis Vechta an, dass verdächtiges Fleisch des Unternehmens vorerst nicht verarbeitet oder weitertransportiert werden darf, wie ein Kreissprecher auf Anfrage von NDR 1 Niedersachsen sagte. Die Anordnung gelte, bis das Fleisch von der Behörde kontrolliert worden ist, sagte der Kreissprecher. Bislang gilt das Unternehmen als "nicht auffällig". Weitere Angaben wollte der Sprecher nicht machen. Er verwies auf die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft.

Pferdefleischverdacht in weiteren Betrieben

Neben Schypke stehen noch weitere niedersächsische Hersteller unter Verdacht, mit Pferdefleisch versetzte Fertiggerichte ausgeliefert zu haben. So hat die Firma Bünting aus Leer Lasagne aus den Regalen ihrer Combi- und Famila-Märkte genommen. Kontrollen hätten ergeben, dass sie Pferdefleisch-Anteile enthalte, so Bünting. Das Unternehmen hatte die Produkte der Marke "Jeden Tag" bereits vor Wochen vom Markt genommen, aber erst später die Öffentlichkeit informiert. Diese Vorgehensweise ist laut Verbraucherschutzministerium rechtlich in Ordnung, da keine Gesundheitsgefahr bestanden habe.

Auch in Ravioli-Dosen, die das Unternehmen Betz aus Buchholz in der Nordheide an Aldi-Süd lieferte, wurde Pferdefleisch entdeckt. Auch Aldi-Süd nahm alle Dosen aus den Regalen.

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Bundesverbraucherschutzministerin Ilse Aigner (CSU) © picture alliance/dpa Fotograf: Ingo Wagner
 
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Bund und Länder wollen Konsequenzen aus dem Pferdefleisch-Skandal ziehen.

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Hartwig Fischer, Ex-CDU-Generalsekretär © hartwig-fischer.de
 

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