Stephan Weil (SPD) hat bekannt gegeben, wer welchen Ministerposten unter Rot-Grün bekommt. Weil selbst übernimmt künftig die Aufgaben des Ministerpräsidenten von Niedersachsen.
Der bisherige SPD-Oberbürgermeister von Osnabrück, Boris Pistorius, wird Innenminister unter Rot-Grün. Der 52-Jährige kündigte vor der Wahl an, das schlechte Image Niedersachsens im Umgang mit Flüchtlingen verbessern zu wollen. Niedersachsen leitet in diesem Jahr die Innenministerkonferenz, somit könnte er bundespolitische Akzente setzen.
Das Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr geht an den stellvertretenden SPD-Fraktionschef Olaf Lies. Ein kleiner Trost, denn der 45-Jährige hatte erst das Rennen um die SPD-Spitzenkandidatur gegen Weil verloren und danach auch den Landesvorsitz der Partei an den hannoverschen Oberbürgermeister abgegeben.
Das Finanzministerium wird zukünftig von Peter-Jürgen Schneider (SPD) geleitet. Er ist Arbeitsdirektor der Salzgitter AG. Schneider betrachtet eigenen Angaben zufolge die Haushaltskonsolidierung als seine wichtigste Aufgabe. Der Manager war Mitglied im niedersächsischen Landtag, Regierungspräsident in Braunschweig und Leiter der niedersächsischen Staatskanzlei.
Neuer Umweltminister wird der bisherige Fraktionschef der Grünen, Stefan Wenzel. Aus Wenzels Sicht ist das Umweltministerium - erweitert um Kompetenzen zur Energiewende - ein Schlüsselressort der Grünen.
Sie wird neue Kultusministerin: Frauke Heiligenstadt (SPD), die bisherige bildungspolitische Sprecherin der Landtagsfraktion. Die 46-Jährige hat bereits angekündigt, dass sie eine bessere Ausstattung von Ganztagsschulen anstrebt.
Christian Meyer (Grüne) wird neuer Agrarminister. Die Personalie ist nicht unumstritten. Auch im eigenen Lager hat Meyer nicht nur Freunde. Bei der starken Agrarlobby in Niedersachsen gilt er als "Bauernschreck".
Cornelia Rundt (SPD), Regionalchefin des Paritätischen Wohlfahrtsverbands, wird Leiterin des Sozialministeriums. Die 59-Jährige will in Niedersachsen die Lücken in der medizinischen Versorgung schließen.
Gabriele Heinen-Kljajic von den Grünen soll das Ministerium für Wissenschaft und Kultur übernehmen.
Am Montagabend stand dann auch der Name der neuen Justizministerin fest: Antje Niewisch-Lennartz. Sie ist Vorsitzende Richterin am Verwaltungsgericht Hannover. Politisch ist die Grüne seit mehreren Jahren auf kommunalpolitischer Ebene aktiv.