Stand: 07.10.2016 11:56 Uhr

Obstbäume im Herbst pflanzen

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Der Kauf eines Obstbaumes will sorgfältig geplant sein.

Der Herbst ist eine gute Zeit, um Obstbäume zu pflanzen. Die Bäume haben ihre Blätter schon fast komplett verloren, stecken also keine Kraft mehr in den Aufbau neuer Blätter oder Triebe. Die Energie des jungen Obstbaums wird stattdessen zur Wurzelbildung und zum Anwachsen verwendet. Vor dem Kauf sollte man sich darüber im Klaren sein, welche Größe der neue Baum haben soll beziehungsweise wie viel Platz für den neuen Baum zur Verfügung steht.

Die Wahl der richtigen Sorte

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Am Obstbaum-Etikett lassen sich Erntezeit und Fruchtbarkeit der Sorte ablesen.

Beim Kauf genau auf die Etiketten an den Bäumen achten. Dort stehen viele wichtige Informationen. Neben der Sorte sind auch Erntezeit und die Baumsorten verzeichnet, von denen der Baum bestäubt werden kann. Dieser kann auf dem eigenen Grundstück oder in der Nachbarschaft wachsen. Gibt es beispielsweise für einen Apfelbaum keinen Bestäuber, sollte man sich für eine selbstbestäubende Sorte entscheiden. Außerdem sollte sich an dem Baum ein kleiner Gesundheitspass befinden. Alle deutschen Baumschulen statten ihre Bäume mit diesem Qualitätssiegel aus.

Pflanzerde mit Kompost und Hornspänen anreichern

Optimal ist es, das Pflanzloch schon ein oder zwei Wochen vor dem geplanten Pflanztermin auszuheben. Damit der Obstbaum mit ausreichend Nährstoffen versorgt wird, sollte die Erde aus dem Pflanzloch mit Kompost und Hornspänen vermischt werden. Bis zur Pflanzung hat die Mischung Zeit, sich gut zu verbinden. Bevor der Obstbaum ins Pflanzloch gesetzt wird, etwa die Hälfte der gemischten Pflanzerde wieder einfüllen. Mit dieser Mischung kommt der frisch gepflanzte Obstbaum gut über den Winter. Die Inhaltstoffe der Hornspäne lösen sich nur langsam heraus. So bekommt der Baum auch noch im Frühjahr, wenn das Wachstum beginnt, genau die Energie, die er braucht.

Veredelungsstelle nicht mit einpflanzen

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Die Veredelungsstelle sollte aus dem Pflanzloch herausragen.

Den Baum sollte nicht tiefer als der Wurzelballen gepflanzt werden. Die Veredelungsstelle, das ist die etwas dickliche Stelle im unteren Bereich des Stamms, muss aus dem Pflanzloch herausragen. Der Obstbaum besteht nämlich eigentlich aus zwei Teilen. Oberhalb der Veredelungsstelle ist es zum Beispiel ein Apfelbaum, der leckere Früchte bilden soll. Im unteren Bereich, unterhalb der Veredelungsstelle, ist es eine schwachwüchsige Unterlage, meistens die eines schwachwachsenden Apfelbaumes. Durch die schwachwüchsige Unterlage soll erreicht werden, dass der Apfelbaum nicht so hoch wächst. Wird ein Baum zu tief gepflanzt, besteht die Gefahr, dass er Wurzeln an der Veredelungsstelle bildet, schnell nach oben wächst und sehr hoch wird.

Den Baum vor Wind und Wild schützen

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Mit Mulch und Stützpfahl ist der junge Baum bestens auf den Winter vorbereitet.

Nach dem Pflanzen die Erde rund um die Wurzeln kräftig festtreten. In diesem Bereich kann Rindenmulch verteilt werden, damit kein Unkraut wächst, das dem Baum Nährstoffe rauben könnte. Gerade im Herbst braucht der junge Baum etwas Halt. Ein Pfahl, etwa so hoch wie der Stamm, hilft ihm, dem Herbstwind zu trotzen. Auch vor hungrigem Wild sollte der Baum geschützt werden. Der Fraßschutz für den jungen Stamm kann aus Draht, Plastik oder auch natürlichen Materialien angefertigt beziehungsweise gekauft werden.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Gartentipps | 08.10.2016 | 06:50 Uhr

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