Stand: 26.01.2017 12:53 Uhr

Obstbäume im Winter richtig schneiden

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Ein Rückschnitt sorgt für viele Blüten und reiche Ernte im Sommer.

Ein frostfreier, trockener Tag im Spätwinter ist ideal, um Obstbäume mit dem richtigen Schnitt zu verjüngen. Die Bäume befinden sich noch in der Winterruhe, gleichzeitig dauert es nicht mehr lang, bis die Wachstumsphase beginnt und die Wundheilung einsetzt. Durch den Schnitt erhalten die Bäume nicht nur optisch eine schöne Form, er sorgt vor allem dafür, dass sie reichlich Blüten und somit Früchte treiben. Stein- und Beerenobst sollte etwa in der Zeit zwischen Januar und März geschnitten werden. Ein zu später Schnitt kann dazu führen, dass der Baum nicht richtig austreibt und entsprechend wenig Früchte trägt. Eine Ausnahme bilden Pfirsich und Süßkirsche, sie werden im Sommer direkt nach der Ernte geschnitten.

Die richtige Schnitttechnik

Damit Wunden schnell wieder zuwachsen und um Faulstellen zu vermeiden, ist die richtige Schnittführung sehr wichtig. Geschnitten wird schräg kurz über einer nach außen weisenden Knospe, damit der Trieb gen Licht wächst. Wer ganze Äste entfernen möchte, sollte diese eng am sogenannten Astring, also knapp über der Verzweigung, schneiden. So kann das Wundgewebe gut heilen. Generell gilt: Nicht schnippeln, sondern gezielt, aber nicht zu viel schneiden. Durch den Schnitt sollten keine Astgabeln entstehen, da sich hier Wasser sammelt und Fäulnis entstehen kann.

Wunden werden in der Regel nicht mehr mit Verschlussmittel bestrichen, seitdem bekannt ist, dass die Feuchtigkeit unter der Schicht Pilzwachstum fördern und so beispielsweise Obstbaumkrebs entstehen kann. Bei Wunden mit einem Durchmesser über zehn Zentimeter kann der äußere Rand mit einem Wundverschlussmittel behandelt werden.

Was und wo muss geschnitten werden?

  • direkt oberhalb eines seitlichen Austriebs mit sogenanntem Fruchtholz (Trieb mit Blüten- statt Blattknospen), man nennt dies "ableiten"
  • nach innen wachsende Äste, die andere Äste stören, sie bilden ohnehin kaum Blüten
  • sich überkreuzende Äste; sie scheuern aneinander und können sich gegenseitig verletzen
  • steil nach oben wachsende Äste (sogenannte Wasserschosse)
  • Äste, die schon viele Jahre Früchte getragen haben
  • Teile der Baumkrone, um Raum für Luft und Sonne zu schaffen
  • von Rehen angeknabberte Äste
  • Totholz

Das richtige Werkzeug

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Für einen perfekten Schnitt ist gutes und vor allem scharfes und sauberes Werkzeug wichtig, damit die Bäume so wenig wie möglich verletzt werden. Benötigt wird eine kleine Gartenschere, die Zweige bis zu circa 1,5 Zentimeter Stärke schneidet. Dickere Äste werden mit einer Astschere gekappt, am besten mit einem Modell, das eine Teleskopverlängerung hat - so kann man zumindest bei kleineren Bäumen auf eine Leiter verzichten. Die großen Äste am besten mit einer Bügelsäge oder alternativ einer Stichsäge entfernen.

Schutz vor Schädlingen

Es empfiehlt sich zudem, rechtzeitig Leimringe an den Obstbäumen zu befestigen. Sie schützen die Bäume vor Ameisen, Läusen und Schädlingen wie dem Frostspanner. Laub von Obstbäumen, die im vergangenen Jahr einen Pilzbefall hatten, sollte spätestens bis zum Frühjahr im Hausmüll entsorgt werden, damit die Sporen nicht erneut die Bäume befallen können. Und: Das Gießen nicht vergessen, wenn über längere Zeit Dauerfrost geherrscht hat. Gerade junge Bäume freuen sich dann über eine Extraration Wasser.

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