Stand: 03.02.2016 14:48 Uhr

Zika-Virus: Milder Verlauf bei Osnabrückerin

Bereits vor Weihnachten hat sich eine etwa 30-jährige Frau nach einer Haiti-Reise im Klinikum Osnabrück mit grippeähnlichen Symptomen gemeldet. Wenige Tage später bestätigte das Hamburger Tropeninstitut den Verdacht auf Zika. Bereits zwei Wochen später war sie absolut gesund, sagte nun der behandelnde Arzt Niels Schübel NDR 1. Er habe ihr wegen des sehr milden Krankheitsverlaufs lediglich Schmerzmittel gegen die Gelenkschmerzen verabreicht. Es habe zu keiner Zeit die Gefahr einer Ansteckung gegeben, so Schübel weiter.

Amtsarzt: "Keine Ansteckungsgefahr"

In Süd- und Mittelamerika sorgt das Zika-Virus dagegen für große Probleme. Seit Monaten werden in Brasilien viele Neugeborene mit einem zu kleinen Kopf geboren. Wissenschaftler vermuten, dass dafür das ursprünglich aus Uganda stammende Zika-Virus verantwortlich ist.

Nur eingeschleppte Erkrankungen festgestellt

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hatte am Montag einen globalen Gesundheitsnotstand ausgerufen. Schwangere Frauen sollen demnach Brasilien und andere südamerikanische Länder meiden. In den USA wurde zudem erstmals eine durch ungeschützten Sex erfolgte Zika-Infektion gemeldet. Dennoch ist die Infektionsgefahr nach Expertenmeinung hierzulande sehr gering. Das Virus werde wahrscheinlich hauptsächlich von zwei Mückenarten übertragen, vor allem von der Asiatischen Tigermücke. Diese seien den Wissenschaftlern zufolge aber zumindest in Norddeutschland nicht heimisch. Der Virologe Christian Drosten von der Uni Bonn hält die Übertragungs-Gefahr des Zika-Virus in Deutschland für "verschwindend gering". Es gebe nur ein geringes Vorkommen dieser Mückenart in Deutschland. Außerdem fehle der fundierte Nachweis, dass die Mücke das Virus übertragen kann. Bundesweit sind von Oktober 2015 bis Januar 2016 fünf bestätigte Fälle bei Reiserückkehrern aufgetreten. Eine Ansteckung innerhalb Deutschlands ist nicht bekannt. Zu beachten ist, dass die meisten Infektionen nicht diagnostiziert werden. Da nun zunehmend Reiseheimkehrer auf das Zika-Virus untersucht werden, ist jedoch mit einem Anstieg der Zahlen zu rechnen.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 02.02.2016 | 19:00 Uhr