Stand: 15.11.2013 11:31 Uhr

Remarque-Friedenspreis für Primor und Frangi

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Avi Primor (l.) und Abdallah Frangi (r.) wird der Osnabrücker Friedenspreis von Oberbürgermeister Wolfgang Griesert (CDU) überreicht.

Sie setzen sich ein für Versöhnung und Verständigung - in einer Region, in der Konflikte und Misstrauen allgegenwärtig sind. Der eine stammt aus Israel und ist Diplomat und Publizist, der andere stammt aus Palästina und ist Politiker. Avi Primor und Abdallah Frangi haben am Freitag gemeinsam den mit 25.000 Euro dotierten Erich-Maria-Remarque-Friedenspreis erhalten. Alle zwei Jahre verleiht Remarques Heimatstadt Osnabrück den Preis an Autoren, die sich mit den Themen "Innerer und äußerer Friede" auseinandersetzen sowie an Persönlichkeiten, deren publizistisches Engagement für Frieden, Humanität und die Freiheit des Menschen beispielhaft ist. Mit der Vergabe des Friedenspreises an Primor und Frangi will die Jury den jahrzehntelangen Konflikt in Israel und Palästina im öffentlichen Gedächtnis halten.

Gefährten auf verschiedenen Seiten

"Jede Unterstützung für eine friedliche Lösung des Konflikts muss im In- und Ausland genutzt werden", sagte Osnabrücks Oberbürgermeister Wolfgang Griesert (CDU) im Vorfeld der Preisverleihung. Der Jury-Vorsitzende, Universitätspräsident Claus Rollinger, bezeichnete die Preisträger als "Gefährten auf verschiedenen Seiten, die in ihren Friedensbemühungen standhaft geblieben sind". Der 78-jährige Primor war von 1993 bis 1999 israelischer Botschafter in Deutschland. Nach dem Ende seiner diplomatischen Laufbahn gründete er das Zentrum für Europäische Studien in Israel in Zusammenarbeit mit einer palästinensischen und einer jordanischen Universität. Der 69-jährige Frangi war von 1982 an insgesamt 23 Jahre Vertreter der Palästinenserorganisation PLO und Generaldelegierter der Palästinensischen Autonomiegebiete in Deutschland. Er ist Mitglied der Partei Fatah und seit 2009 persönlicher Berater von Präsident Mahmud Abbas in Gaza.

Sonderpreis an "EXIT"

Die Jury hat zudem einen mit 5.000 Euro dotierten Sonderpreis an die deutsche Initiative "EXIT" verliehen. Die Initiative unterstützt Menschen, die aus der rechtsextremen Szene aussteigen wollen. "Die Jury will damit ein Zeichen ins eigene Land hinein setzen, dass Widerstand sich lohnt", so Rollinger. Oberbürgermeister Griesert betonte, dass mit dem Sonderpreis eine Brücke zu einem innerdeutschen Konflikt geschlagen werde, der mit der deutschen Geschichte immer verbunden sein werde.

Seit 1991 wird der Preis verliehen

Der Friedenspreis ist nach dem 1898 in Osnabrück geborenen Schriftsteller Erich Maria Remarque benannt, der vor allem für seinen Anti-Kriegsroman "Im Westen nichts Neues" bekannt wurde. Seit 1991 verleiht die Stadt den Friedenspreis alle zwei Jahre für belletristische, journalistische und wissenschaftliche Arbeiten zum Thema Frieden und für beispielhaftes Engagement für Frieden, Humanität und Freiheit. Zu den bisherigen Preisträgern zählen unter anderem Hans Magnus Enzensberger, Henning Mankell und Tahar Ben Jelloun.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Osnabrück | 15.11.2013 | 09:30 Uhr