Stand: 05.09.2017 16:02 Uhr

In Nordhorn halten bald wieder Züge

Der Bahnhof Nordhorn: Seit 43 Jahren hält hier kein Personenzug mehr. Im nächsten Jahr soll das wieder anders sein.

Die Stadt Nordhorn in der Grafschaft Bentheim besitzt eine etwas zweifelhafte Berühmtheit: Seit 43 Jahren ist sie Deutschlands größte Kreisstadt, die Reisende nicht mit dem Zug erreichen können. Schuld ist die Stillegung der Bahnstrecke Neuenhaus-Bad Bentheim im Jahr 1974, an der auch die 53.000-Einwohner-Stadt liegt. Nun haben die Arbeiten zur Reaktivierung der Trasse begonnen. Ein ungewöhnlicher Vorgang - hat die Bahn doch in den vergangenen Jahren auf Tausenden Kilometern Nebenstrecke den Personenverkehr eingestellt. Niedersachsens Verkehrsminister Olaf Lies (SPD) gab am Mittwoch den Startschuss für die Wiederbelebung.

Bürgermeister: "Anbindung ist längst überfällig"

Im Winter 2018 sollen wieder Personenzüge durch Nordhorn rollen. Momentan ist die Strecke nur für den Güterverkehr freigegeben. Die Landesregierung hatte zwar schon 2014 beschlossen, die Strecke wieder reaktivieren, doch die Planungen dauerten weitere anderthalb Jahre. Nun können die Bauarbeiten starten. Nordhorns Bürgermeister Thomas Berling (SPD) findet derweil, dass die Anbindung seiner Stadt an den Personenverkehr längst überfällig ist: "Wir haben viele Leute die hier nach Nordhorn kommen, um sich im Klinikum behandeln zu lassen oder einzukaufen." Dazu gebe es viele überregionale Einrichtungen in der Stadt. Deswegen sei es sehr wertvoll für Nordhorn, dass dieser Schritt jetzt endlich getan wird.

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In den nächsten Monaten werden auf einer Strecke von 30 Kilometern zunächst Gleisbette und Bahnschranken erneuert. Viele ungesicherte Bahnübergänge müssen zudem mit Rotlicht-Anlagen ausgestattet werden. Knapp 20 Millionen Euro soll die Reaktivierung der Trasse, die von der Bentheimer Eisenbahn AG betrieben wird, insgesamt kosten. Angesprochen werden sollen mit der neuen, alten Verbindung vor allem Schüler und Auszubildende, die bislang auf anderem Wege zu den Schulzentren pendeln müssen. Aber auch die vielen Fahrradtouristen, die in die Niederlande fahren oder von dort nach Niedersachsen kommen, dürften die Verbindung gerne annehmen. Deshalb hat Bürgermeister Berling schon weitere Pläne: Er möchte die Trasse bis ins niederländische Emmen verlängern lassen. Erste Gespräche mit den Niederländern seien bereits geführt worden. In fünf Jahren, so Berling, könne man unter Umständen mit dem grenzüberschreitenden Bauprojekt beginnen.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Osnabrück | 05.09.2017 | 08:30 Uhr

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