Stand: 01.08.2014 16:57 Uhr

Handy im Teich: Es riecht nach Happy End

Es sieht ganz so aus, als würde diese Geschichte ein Happy End bekommen. Wir blicken kurz zurück: Ein Jugendlicher verliert sein Handy im Teich eines Angelvereins. Um es wiederzubekommen, kommt er auf eine kreative, allerdings auch etwas dumme Idee: Er beginnt mithilfe von zwei Pumpen das Wasser aus dem Teich zu pumpen. Das Dumme: Er will das Teichwasser über eine Toilette in die Kanalisation leiten, doch das WC fasst nur etwa 1.000 Liter. Das Ende vom Lied: Fäkalien allerorten und das Handy liegt immer noch im See. Der Schaden der Aktion liegt bei etwa 4.000 Euro. Doch nun hat sich der junge Mann bei den Mitgliedern des Meppener Angelvereins "Catch & kill" entschuldigt - und die haben angenommen. Und es wird sogar noch besser.

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"Wir würden eine Entschuldigung annehmen"

Der Ärger beim Angelverein "Catch and kill" ist zwar noch nicht ganz verflogen, dennoch suchen sie dort nun nach dem Handy eines 16-Jährigen. Und hoffen auf eine Entschuldigung.

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Verein will Anzeige zurückziehen

Am Montag, so hat Hans-Hermann Kremer vom Verein NDR.de angekündigt, soll die Sammelanzeige wegen Sachbeschädigung, Entziehung elektrischen Stroms, Hausfriedensbruchs, Vandalismus und Angeln ohne Angelschein zurückgezogen werden. "Dann würden wir das Verfahren einstellen", sagte Alexander Retemeyer von der Staatsanwaltschaft Osnabrück NDR.de. Doch es gibt ein paar Bedingungen: Der junge Mann darf das Vereinsgelände in Zukunft nicht mehr betreten. Ausnahme: Wenn leichte Arbeiten anstehen, etwa Rasenmähen, muss er seinen guten Willen unter Beweis stellen. Sprich: Ein paar Arbeitsstunden zum Wohl des Vereins sind fällig.

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Das Handy, der Teich und das Klo

Nun hat er es wieder. Ein 16-jähriger Meppener hatte heimlich Wasser aus einem Teich in eine nahe gelegene Toilette abgepumpt, weil er sein verlorenes Handy wiederfinden wollte. Bildergalerie

"Alle Nummern von meinen Freunden"

Zuvor hatten die Angler bereits versucht, dem jungen Mann bei der Suche nach seinem Telefon zu helfen. Doch selbst der Einsatz von Magneten hatte nicht den erwünschten Erfolg erbracht. "Auf der Karte des Handys sind alle Nummern von meinen Freunden. Dazu Bilder und Videos, die mir einfach sehr viel bedeuten", sagte der 16-Jährige der "Neuen Osnabrücker Zeitung" (NOZ). Auf die skurrile Idee mit den Pumpen war er gekommen, weil es zu Hause bei seinen Eltern auch einen Gartenteich gibt, den er hin und wieder reinigt. Auch dafür müsse das Wasser abgepumpt werden. Eine Erlaubnis von Pächter Kremer habe er eingeholt, sagte er der Zeitung. Daraufhin habe er die Pumpen angeschlossen. Die liefen dann 24 Stunden - bis Kremer vorbeikam und das Chaos entdeckte.

Ein neues Handy hat er mittlerweile übrigens. Ein Kollege hat ihm ein Modell überlassen. Und auch ein paar der wichtigen Nummern hat er bereits wieder.

Hier Reaktionen der Nutzer von NDR.de zum Rettungsversuch aus dem Teich:

  • NDR Userin Ricarda ist fassungslos:

    Unglaublich wie abhängig man von einem Gebrauchsgegenstand sein kann. Traurig, dass der gesunde Menschenverstand ihm nicht gesagt hat, dass das so nicht funktionieren wird. Ohne Worte.

  • NDR User Stefan Schäfer sieht es positiv:

    Entgegengesetzt den meisten Kommentaren möchte ich anmerken, dass die Aktion nicht nur schlecht ist. Feststeht es ging um ein Handy und die Sache ist unverhältnissmässig/nicht gut durchdacht. Aber, er hat etwas versucht und unternommen um sein Ziel zu erreichen. Dies auf eine äußerst kreative Art!! In dem Jungen steckt ein Macher. Kann ja nicht jeder so langweilig sein und es nicht mal versuchen!

  • NDR User OMG versucht es freundlich auszudrücken:

    Witzig? Ich frage mich eher, ob ich noch in einem Land mit Schulpflicht lebe? Wer mit 16 (sechszehn!) so eine Aktion startet, hat nicht alle Tassen im Schapp und das ist noch ausgesprochen freundlich formuliert. Schon die Idee, einen Taucher "anzufordern", um das Handy im Schlamm des Teiches zu suchen, zeugt von einer gewissen intellektuellen Schlichtheit. Jedenfalls wird das teuer...

  • NDR User Gephard nimmt den Jugendlichen in Schutz:

    Oh je, da begeht jemand einen Fehler und schon wittern all die Schlauen und ach so Reifen den Untergang des Dichter- und Denkerlandes. Auch die gesamtdeutsche Entfremdung von der Natur wird in so einen Einzelfall hineininterpretiert. (...)
    "Wer ohne Fehl und Tadel ist, werfe den ersten Stein" wird hier wohl missverstanden. Steinewerfen ist kein Beweis dafür, ohne Fehl und Tadel zu sein.

  • NDR User benjamin hat noch ein Lächeln übrig:

    Ich sehe es an meinen Kindern, so ein Handy ist heutzutage lebensnotwendig. Sie verlassen das Haus nicht, wenn der Akku unter 35% beträgt und sie wären ähnlich verzweifelt wie der junge Mann. Sicher fehlt da bei ihm ein Stück, aber witzig ist das schon.

  • NDR User Oliver B. lobt die Kreativität des Jugendlichen:

    Nachdem der Jugend häufig die Perspektivlosigkeit nachgesagt wird, finde ich es ein wenig schade, dass dieser Junge als Idiot dargestellt wird. Solche kreativen Köpfe sollte man mehr fordern und fördern. Denn es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen. (Außer am Stammtisch vielleicht)

  • NDR User Intelligenzresistenz sieht das Ende nahen:

    Wenn ich einmal ein Zitat anführen darf:

    Ich fürchte mich vor dem Tag, an dem die Technologie unsere Menschlichkeit übertrifft. Auf der Welt wird es nur noch eine Generation aus Idioten geben. - Albert Einstein

    Genau an diesem Punkt sind wir jetzt.

  • NDR User hjac zeigt sich metaphorisch:

    Oha! Da geht es unter wie das Handy im Teich: Deutschland, das Land der Dichter und Denker.

  • NDR User darius hat einen Service-Tipp parat:

    Gibt es keine App um das Wasser abzupumpen?
    Mein Vorschlag "Wo ist mein Wasser? 2"
    lg

  • Und bei NDR User Fabian bleibt nur noch die Hoffnung:

    Das ist Satire oder? Ich wills doch hoffen...

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