Stand: 11.03.2016 21:38 Uhr

Gesprengte Geldautomaten: Banken reagieren

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Tatort Emsland: In der dritten Nacht in Folge sprengen Unbekannte dort Geldautomaten.

Wenn es dunkel wird im Emsland, treiben Gangster ziemlich ungeniert ihr Unwesen. Beinahe könnte man meinen, hier herrsche die Gesetzlosigkeit. Drei Geldautomaten haben Unbekannte in der Region jüngst gesprengt - in drei Nächten. Nun sind die Banken nicht mehr gewillt, tatenlos zuzusehen: Nachdem die emsländische Volksbank einen Teil ihrer 15 Filialen bereits für einige Stunden in der Nacht geschlossen hatte, verschärft das Geldinstiut nun seine Sicherheitsmaßnahmen. In vier Filialen in Meppen sowie jeweils einer in den Gemeinden Emmeln, Rhede, Heede und Dörpen werden die Geldautomanten ab sofort die ganze Nacht außer Betrieb genommen.

Aufrüstung mit Farbpatronen

Die Volksbank bittet ihre Kunden, auf andere Automaten auszuweichen. Die nächtliche Schließung soll sobald möglich aber wieder aufgehoben werden. Denn neben dieser kurzfristigen Aktion plant die emsländische Volksbank, an verschiedenen Standorten ihre Sicherheitsmassnahmen umfassend auszubauen. Konkret sollen die Gebäude stärker gesichert, die Geldautomaten erneuert und durch spezielle Technik aufgerüstet werden. Dazu zählen etwa Farbpatronen, die das Geld bei Gewalteinwirkung markieren und so unbrauchbar machen sollen oder auch Anti-Gasanlagen, die bewirken, dass das von den Tätern eingeleitete Gas früher explodiert als geplant.

50.000 Euro Schaden beim Überfall in Surwold

Genau diese Technik soll dafür gesorgt haben, dass Kriminelle bei der Sprengung in der Nacht zu Freitag in der Volksbank Börgermoor in Surwold keine Beute machen konnten. Allerdings verursachten sie einen Schaden von rund 50.000 Euro am Bankgebäude. Nach dem gescheiterten Versuch, die Bank zu erleichtern, seien sie mit einem Auto geflüchtet, sagte ein Polizeisprecher.

LKA hat Banden im Visier

Erst Donnerstagmorgen und am Tag zuvor waren im Geeste und Meppen im Emsland Geldautomaten gesprengt worden. Nach der Sprengung in Meppen war ein Täter auf der Flucht bei einem Autounfall gestorben und zwei Täter festgenommen worden. Gestern konnten die Täter in Geeste unerkannt fliehen. Der heutige Fall ist 20. dieser Art in der Region. Das Landeskriminalamt (LKA) hat wegen der Serie Ende 2015 eine Sonderkommission eingerichtet. Die Behörde geht von drei Tätergruppierungen aus, die unter anderem aus den benachbarten Niederlanden kommen. Nach Einschätzung des LKA soll die dortige Band mehr als 200 Personen umfassen.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Osnabrück | 11.03.2016 | 17:00 Uhr