Stand: 10.03.2016 18:38 Uhr

Flugzeugabsturz: Flüchtling leistet Erste Hilfe

Im Osnabrücker Stadtteil Atter ist am Donnerstagvormittag ein Kleinflugzeug abgestürzt. Laut Polizei wurden bei dem Unglück zwei der vier Insassen schwer verletzt, die anderen leicht. Erste Hilfe habe ein irakischer Flüchtling geleistet, der in einer nahen Asylunterkunft auf dem früheren Kasernengelände wohnt. Demnach zog der 34-jährige Hassanien Salman zwei Verletzte aus der zerschellten Maschine und versorgte sie bis zum Eintreffen der Rettungskräfte. Die 1989 gebaute zweimotorige Maschine vom Typ Piper 34 T befand sich auf einem Geschäftsflug nach Braunschweig, als sie aus bisher ungeklärten Umständen abstürzte.

Ersthelfer eilt zur Absturzstelle

Gegenüber der "Neuen Osnabrücker Zeitung" (NOZ) sagte der Ersthelfer, dass er unter der Dusche stand, als er das heulende Motorengeräusch der Piper hörte. Nur Sekunden später habe der Tierarzt einen lauten Knall vernommen und sei sofort losgelaufen, um an der rund 200 Meter entfernten Absturzstelle zu helfen. "Er ist der Held des Tages", sagte Polizeisprecherin Anke Hamker. Dank habe er abgelehnt, sagte Hamker: "Er sagte nur, dass er Menschen in Not geholfen habe."

Flüchtling rettet Insassen nach Flugzeugunglück

Flugzeug streifte beinahe Häuserdächer

Noch ist unklar, warum das Flugzeug abstürzte. Der 35-jährige Pilot war offenbar erfahren. Er wurde mit schweren Verletzungen in ein Krankenhaus gebracht. Die beiden leichtverletzten Männer sind 50 und 58 Jahre alt. Noch unklar ist das Alter des vierten Mannes. Das Flugzeug war kurz vor dem Absturz auf dem wenig entfernten Flugplatz Atterheide gestartet. Laut Augenzeugen war die Maschine sehr dicht über die Häuser geflogen. Beinahe hätte es diese berührt. Ein anderer Zeuge sagte der NOZ: "Das hörte sich an wie bei einem Start, wie Vollgas." Die Zeitung wertete dies als Hinweis darauf, dass der Pilot eine Notlandung auf dem Feld versuchte.

Absturzstelle nur schwer zugänglich

Die Absturzstelle befindet sich nach Polizeiangaben auf dem Gelände einer ehemaligen Kaserne. Sie war für die Rettungskräfte nur schwer zugänglich. "Deshalb mussten die Helfer einen Rettungshubschrauber anfordern", sagte die Polizeisprecherin. Die Feuerwehr musste die Absturzstelle absichern, weil aus dem Wrack Kraftstoff austrat. Experten der Bundesanstalt für Flugunfalluntersuchung in Braunschweig haben am Nachmittag die Arbeit aufgenommen.

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Osnabrück | 10.03.2016 | 13:30 Uhr