Stand: 15.02.2016 13:42 Uhr

Ex-Landvolk-Chef muss Millionen zurückzahlen

Der frühere Geschäftsführer des Diepholzer Landvolks, Lothar Lampe, hat 7,5 Millionen Euro aus dem Vermögen des Landvolks veruntreut und muss dieses Geld zurückzahlen. Das entschied die Zivilkammer des Verdener Landgerichts am Montag. Der Beklagte hatte die Vorwürfe in dem Verfahren stets zurückgewiesen. Doch dieser Sichtweise folgten die Richter in Verden nicht. Sie sahen die insgesamt elf Einzelforderungen des Landvolks gegen Lampe alle als berechtigt an.

"Ermessensspielraum deutlich überschritten"

Der ehemalige Vorsitzende habe beispielsweise eine Rechnung für Arbeiten geltend gemacht, die ohnehin Teil seines Arbeitsvertrages waren, so die Richter. Er habe außerdem eine Spende von einer Million Euro an die Deutsche Stiftung Kulturlandschaft veranlasst. Diese Summe sei nicht angemessen für die Vermögenslage des Landvolkes gewesen und sie sei in der Buchführung auch verschleiert worden. Damit habe der frühere Landvolkvorsitzende seinen Ermessensspielraum deutlich überschritten.

Rechtsstreit geht vermutlich weiter

Darüber hinaus wertete das Gericht viele sechsstellige Zahlungen, die Lampe an sich und an andere veranlasst hatte, als "Schmiergeldzahlungen". Insgesamt elf solcher undurchsichtiger Zahlungen monierten die Richter. Der Rechtsstreit ist mit diesem Urteil aber vermutlich noch nicht am Ende: Alle Parteien hatten schon vor dem Urteilsspruch angekündigt, im Falle ihrer Niederlage vor dem Oberlandesgericht Celle in Berufung gehen zu wollen.

Strafrechtliche Ermittlungen laufen noch

Gleichzeitig läuft gegen Lothar Lampe auch ein strafrechtliches Ermittlungsverfahren, das noch nicht abgeschlossen ist. Das bestätigte Staatsanwalt Lutz Gaebel von der Staatsanwaltschaft Verden am Montag auf Nachfrage gegenüber NDR.de. Ob es zu einem Strafprozess kommen werde, sei noch unklar, sagte Gaebel. Nähere Angaben zum Stand der Ermittlungen und zu einer möglichen Anklage konnte er nicht machen.

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 15.02.2016 | 11:00 Uhr