Stand: 26.01.2017 17:37 Uhr

Ex-Landvolk-Chef muss Millionen zurückzahlen

Seit mehr als drei Jahren streitet sich das Landvolk Diepholz mit seinem ehemaligen Vorsitzenden Lothar Lampe um veruntreute Millionen aus dem Vermögen des Landvolkes. Im Februar 2016 entschied die Zivilkammer des Verdener Landgerichts, das er dieses Geld zurückzahlen muss. Der Beklagte hatte die Vorwürfe in dem Verfahren stets zurückgewiesen. Jetzt hat das Oberlandesgericht Celle das Urteil bestätigt. Das Landvolk Diepholz erhält in drei Fällen von Untreue die geforderten sechs Millionen Euro zurück - und zwar von seinem ehemaligen Geschäftsführer Lothar Lampe, der Windenergie-Firma Westwind und ihrem Geschäftsführer Gerard Meindertsma.

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7,5 Millionen Euro mutmaßlich veruntreut

19.05.2014 18:00 Uhr
Niedersachsen 18.00 Uhr

Der ehemalige Vorsitzende des Kreislandvolks Diepholz, Lothar Lampe, muss sich wegen mutmaßlicher Veruntreuung von 7,5 Millionen Euro vor dem Landgericht Verden behaupten. Video (00:54 min)

Gut zwei Millionen Euro Beraterhonorare

Zur Begründung sagte eine Sprecherin des Oberlandesgerichts Celle: Die Richter hätten es wie ihre Verdener Kollegen zuvor als erwiesen angesehen, dass Lampe eine nicht autorisierte Spende in Höhe von rund einer Million Euro aus dem Landvolkvermögen veranlasste hat. Außerdem habe sich Lampe ungerechtfertigt Beraterhonorare in Höhe von gut zwei Millionen Euro vom Landvolk auszahlen lassen. Und er habe Landvolk-Zahlungen von weiteren knapp drei Millionen Euro an Unternehmen veranlasst, an denen er selbst wirtschaftlich beteiligt war. Die Celler Richter wiesen auch die Revisionen der an den Geschäften beteiligten Firma Westwind und ihres Geschäftsführers zurück. Die unterlegenen Parteien zeigten sich nach der Entscheidung sehr enttäuscht. Ob sie das Urteil anfechten wollen, sei noch nicht entschieden, sagte ein Vertreter von Westwind.

"Ermessensspielraum deutlich überschritten"

Der ehemalige Vorsitzende habe beispielsweise eine Rechnung für Arbeiten geltend gemacht, die ohnehin Teil seines Arbeitsvertrages waren, hieß es bereits 2016 in der Begründung des Verdener Landgerichts. Die Spende von einer Million Euro an die Deutsche Stiftung Kulturlandschaft sei außerdem nicht angemessen für die Vermögenslage des Landvolkes gewesen. Auch sei sie in der Buchführung verschleiert worden. Damit habe der frühere Landvolkvorsitzende seinen Ermessensspielraum deutlich überschritten. Darüber hinaus wertete das Gericht viele sechsstellige Zahlungen, die Lampe an sich und an andere veranlasst hatte, als "Schmiergeldzahlungen". Insgesamt elf solcher undurchsichtiger Zahlungen monierten die Richter.

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 26.01.2017 | 16:00 Uhr

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