Stand: 11.03.2016 19:24 Uhr

70.000 gegen Abschuss der "Goldenstedter Wölfin"

Den Schäfern in den Landkreisen Vechta und Diepholz ist sie schon lange ein Dorn im Auge: Die sogenannte Goldenstedter Wölfin. Laut Niedersächsischem Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) gehen mindestens elf Risse, bei denen 31 Tiere getötet wurden, auf ihr Konto. Doch das Tier hat offensichtlich auch Unterstützer - und das sind nicht wenige: In einer Online-Petition haben sich 70.000 Menschen gegen einen Tötung der Fähe ausgesprochen. Initiator und Wildbiologe Jan Olsson hat die Liste am Freitag an Niedersachsens Umweltminister Stefan Wenzel (Grüne) übergeben.

Chronologie: Der Wolf in Niedersachsen (ab 2015)

Wenzel: Vorbereitungen für Besenderung laufen

"Wir achten darauf, dass beim Umgang mit dem streng unter Artenschutz stehenden Wolf Recht und Gesetz eingehalten werden", sagte Wenzel. Dabei sei das Umweltministerium mit all seinen Maßnahmen bemüht, "den Ausgleich zwischen den Interessen des Artenschutzes und der Nutztierhaltung zu wahren." Auch die Sorgen der Tierhalter nehme man ernst. Der Umweltminister wies auf das intensivierte Monitoring im Bereich Goldenstedt hin. Derzeit liefen die Vorbereitungen dafür, das Tier mit einem Sender auszustatten. Schon im Dezember hatte Wenzel der Forderung einiger Schäfer, die Goldenstedter Wölfin abzuschießen, eine Absage erteilt und die Besenderung angeordnet.

Trügerische Ruhe?

Den Nutztierhaltern dürfte vor allem sauer aufstoßen, dass sich die Wölfin an Schafe als Beute gewöhnt zu haben scheint. Bis Mitte November haben die Behörden der Fähe die 31 getöteten Tiere genetisch nachweisen können, bei 37 weiteren gab es nur den allgemeinen Nachweis auf einen Wolf. Der letzte Wolfsriss wurde im Januar nachgewiesen, seither ist es ruhig geworden um das Tier. Wolfsberatern zufolge hängt das aber schlicht damit zusammen, dass die meisten Schafe derzeit in Ställen untergebracht sind, weil sie Lämmer bekommen.

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