Stand: 21.12.2015 16:55 Uhr

Polizei stellt Suche nach Lars Wunder vorerst ein

Seit über zwei Wochen ist Lars Wunder aus Jemgum (Landkreis Leer) verschwunden. Nun hat die Polizei die aktive Suche nach dem 31-Jährigen vorerst eingestellt. "Es wurde nahezu jeder Stein im Rheiderland mehrfach umgedreht", sagte Polizeisprecherin Annika Zempel gegenüber NDR.de. Die Ermittlungen laufen unterdessen weiter. Die Polizei setzt die Befragungen fort und nimmt weiter Hinweise entgegen. Zudem soll gemeinsam mit der Wasserschutzpolizei geklärt werden, wo eine Suche möglicherweise noch sinnvoll ist. Am Wochenende waren Taucher der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) in zwei Sieltiefen unterwegs.

Polizei bittet um Mithilfe

Lars Wunder war vom 5. auf den 6. Dezember nach einem Feuerwehrfest in Critzum (Landkreis Leer) nicht nach Hause gekommen und von seiner Ehefrau als vermisst gemeldet worden. Feuerwehrleute und freiwillige Helfer hatten kurz nach seinem Verschwinden in und um Jemgum bereits jeden Quadratmeter Land abgesucht, um den 31-Jährigen zu finden. Vor einer Woche hatte die Polizei die Suche nach Lars Wunder dann aufs Wasser ausgeweitet und mit einem Sonarboot etwa den Soltborger Badesee abgesucht. Auch diese Suche blieb ergebnislos.

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Ein Dorf leidet mit - Jemgum vermisst Lars Wunder

Nach dem Verschwinden des 31-jährigen Lars Wunder aus Jemgum herrscht Sprachlosigkeit in dem ostfriesischen Ort. Die Suche soll mit Hubschraubern fortgesetzt werden. (15.12.2015) mehr

Auch Drohne brachte keinen Hinweis

Einen besonders großen Einsatz an Land hatte es am ersten Wochenende nach seinem Verschwinden gegeben: Rund 220 Feuerwehrleute aus dem ganzen Rheiderland, Jäger und freiwillige Helfer hatten sich an der Suche nach dem Vermissten beteiligt. Die Einsatzkräfte hätten sicher sein wollen, nicht doch etwas übersehen zu haben, teilte Dominik Janßen von der Feuerwehr im Landkreis Leer mit. Deshalb hätten sie sich erneut jeden Winkel des mehr als 30 Quadratkilometer großen Gemeindegebiets vorgenommen. "Alle Ländereien, alle Gräben und Kanäle, alle Gärten und Wäldchen wurden durchforstet", so Janßen. Die Wasserrettung der Kreisfeuerwehr und ein weiteres Boot der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) hätten das komplette Ems-Ufer und kleine Seitenarme des Flusses abgesucht. Eine Drohne der Kreisfeuerwehr machte zahlreiche Aufnahmen aus der Luft. Doch am Ende des Tages waren alle Bemühungen, den 31-Jährigen zu finden, vergebens. Bei Einbruch der Dunkelheit war das ganze Gebiet abgesucht - ohne einen Hinweis auf Lars Wunder.

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Hunderte Helfer suchen 30 Quadratkilometer ab

Mehrere Feuerwehren, Privatleute, Suchhunde und Drohnen haben in den vergangenen Tagen nach Lars Wunder gesucht. Doch der 31-Jährige aus Jemgum bleibt verschwunden. Bildergalerie

"Wir wollen ihn einfach wiederhaben"

Auf Facebook posteten Ortsfeuerwehren, Freunde und Bekannte täglich aufmunternde Worte. Mehr als 22.000 Mal wurde der Suchaufruf der Ehefrau des Vermissten geteilt. "Wir wollen ihn einfach wiederhaben", sagte ein Freund des Vermissten, der als Feuerwehrmann ebenfalls an der Suche in dem 30 Quadratkilometer großen Gebiet beteiligt war. Gemeindebrandmeister Jan Hilbrands berichtete dankbar, dass auch Ems-Fischer und viele andere Freiwillige ihre Hilfe angeboten hätten: "Das ist großartig und zeigt, dass man hier zusammenhält."

Handy lieferte keine neuen Erkenntnisse

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Das Suchgebiet wurde Planquadrat für Planquadrat durchkämmt.

Die Polizei konnte bereits kurz nach Wunders Verschwinden das ausgeschaltete Handy des 31-Jährigen finden. Es lieferte aber keine Erkenntnisse. Ein Personensuchhund, ein sogenannter Mantrailer, nahm zwar Witterung auf, verlor diese auf dem Weg von Critzum nach Jemgum aber wieder.

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Einsatz von Sonarboot bringt keine Ergebnisse

Die Wasserschutzpolizei Emden hat einen Badesee in Soltborg mit einem Sonarboot abgesucht. Der 31-jährige Lars Wunder wird seit dem 6. Dezember vermisst. Die Polizei bittet um Mithilfe. Video (01:23 min)

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Oldenburg | 21.12.2015 | 07:30 Uhr