Stand: 13.02.2014 16:45 Uhr

Mehr Munition gestohlen als angenommen

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Auf dem Kasernengelände in Seedorf wurden 28.000 Schuss Munition gestohlen.

Die Munition, die vor knapp einer Woche vom Kasernengelände in Seedorf im Landkreis Rotenburg (Wümme) gestohlen wurde, bleibt verschwunden. Die Polizei hat bislang keine Anhaltspunkte, wo diese abgeblieben ist und wer sie gestohlen hat. "Wir ermitteln gegen unbekannt", sagte der Sprecher der zuständigen Staatsanwaltschaft in Stade, Kai Thomas Breas, am Mittwoch. Es sei ein Loch im Zaun entdeckt worden. Offen sei aber, ob die Munition auf diesem Weg vom Kasernengelände geschafft worden sei. Die Bundeswehr hat derweil interne Ermittlungen aufgenommen, wie der Standortälteste, Oberstleutnant Olav Hinkelmann sagte. Am Donnerstag wurde bekannt, dass deutlich mehr Munition geklaut wurde als bislang bekannt.

Polizei grenzt Tatzeitraum auf Nacht zu Freitag ein

Soldaten hatten am Freitagmorgen entdeckt, dass 10 der 24 im Freien stehenden Betoncontainer aufgebrochen worden waren, die als Munitionslager dienen. Eine erste Zählung habe ergeben, dass 16.000 Schuss Pistolenmunition und 12.000 Schuss Gewehrmunition verschiedener Kaliber fehlten, so Hinkelmann. Die Staatsanwaltschaft Stade teilte am Donnerstag mit, dass wohl insgesamt 34.000 Geschosse fehlten. Die Munition habe laut einem Sprecher einen Wert von rund 10.000 Euro. Mehrere Tage hatten die Soldaten auf dem gesamten weiträumigen Gelände der Fallschirmjäger-Kaserne nach der verschwundenen Munition gesucht - bislang vergeblich. Die Polizei geht davon aus, dass die unbekannten Täter in der Nacht von Donnerstag auf Freitag zuschlugen und sucht Zeugen, die verdächtige Vorkommnisse am Rande des Kasernengeländes in der Tatnacht beobachtet haben. Diese sollten sich dringend bei der Polizei Rotenburg unter der Telefonnummer (04261) 94 70 melden.

Munition auch für handelsübliche Waffen geeignet

Hinkelmann wollte nicht ausschließen, dass die Munitionsdiebe aus den Reihen der Soldaten stammen. Denn die Bunker stünden mitten auf dem abgesicherten Kasernengelände. "Normalerweise lagern wir hier in der Kaserne keine Munition", so Hinkelmann. Wenn solche Munition für Übungen gebraucht wird, werde sie aus einem zentralen Depot angeliefert und in den 24 Munitionsbunkern in Seedorf gelagert. Nach Angaben des Oberstleutnants handelt es sich bei der gestohlenen Munition nicht um spezielle Bundeswehr-Munition. Sie könne auch mit handelsüblichen Waffen verschossen werden.

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 12.02.2014 | 14:00 Uhr