Stand: 14.01.2016 15:35 Uhr

Veräppelt "Elbe-Obst" die Verbraucher?

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Sind die Äpfel aus dem Alten Land verzehrt, verkauft "Elbe-Obst" importierte Früchte.

Wo "Elbe-Obst" draufsteht, ist nicht immer Obst aus der Elberegion drin. Diese Erfahrung musste ein Verbraucher aus Brandenburg machen, der eine Packung Äpfel mit der Aufschrift "Elbe-Obst" gekauft hatte. Erst bei genauerem Hinsehen entdeckte er in kleiner Schrift den Zusatz: Herkunftsland Südafrika. Er wandte sich an die Verbraucherzentrale Brandenburg, die das Stader Unternehmen "Elbe-Obst" jetzt abgemahnt hat, diese Irreführung zu unterlassen.

"Elbe-Obst" ändert das Etikett

Mit dem gut sichtbaren Aufdruck "Elbe-Obst", so kritisiert die Verbraucherberatung, werde suggeriert, dass die Äpfel aus der Elbe-Region stammten. Für den Verbraucher sei nicht auf den ersten Blick ersichtlich gewesen, dass die Äpfel aus Südafrika importiert worden seien. Das Unternehmen hat nach Angaben von Geschäftsführer Stefan Moje inzwischen reagiert. Die Etiketten seien geändert, alle Angaben in gleicher Schriftgröße gedruckt worden. Moje betont, dass das Unternehmen zu keiner Zeit den Verbraucher falsch informiert habe. Die Firma habe immer allen gesetzlichen Vorschriften entsprochen. Denn auf der Verpackung müssten laut Gesetz sowohl der Vertreiber, also "Elbe-Obst", als auch das Herkunftsland genannt werden.

In der Zwischensaison wird Obst importiert

In der Erzeugergemeinschaft "Elbe-Obst" schlossen sich schon 1968 rund 450 Obstbauern aus dem Alten Land zusammen. Sie bauen jedes Jahr mehr als 180.000 Tonnen Obst an. Um Äpfel, Birnen, Pflaumen und Kirschen besser vermarkten zu können, gibt es seit mehr als 20 Jahren die gleichnamige Vertriebstochter "Elbe-Obst". Laut Moje werden vor allem in der Zwischensaison, wenn die Apfelernte aus dem Alten Land verbraucht sei, importierte Äpfel unter dem Label verkauft.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Lüneburg | 14.01.2016 | 17:00 Uhr