Stand: 05.09.2017 19:30 Uhr

Endlagersuche startet: Was ist mit Gorleben?

Erst ein Grußwort von Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD) - dann soll die Suche starten: Am Dienstag hat die neugegründete Bundesgesellschaft für Endlagerung in Berlin offiziell die Suche nach einem Endlager für hoch radioaktiven Atommüll aufgenommen. Bis 2031 soll ein geeigneter Platz in Deutschland gefunden werden - wie es heißt nach wissenschaftlichen Kriterien und mit einer "weißen Landkarte". So ganz glaubt man in der Region rund um Gorleben nicht daran - immerhin sind schon erhebliche Summen in die Erkundung des dortigen Salzstocks geflossen, der jahrelang als Endlager erkundet worden war.

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Bleibt Gorleben in der Verlosung?

Bei der neuen Suche soll, so die offizielle Lesart, keine Region in Deutschland von vornherein ausgeschlossen werden. Doch die Bürgerinitiative (BI) Umweltschutz Lüchow-Dannenberg befürchtet, dass sich die Politik eigentlich bereits auf Gorleben festgelegt hat. Mitglieder der BI sind zwar eingeladen, um an der Auftaktveranstaltung teilzunehmen, doch es wird wohl niemand aus Lüchow-Dannenberg anreisen. Denn bei der BI geht man davon aus, dass in Berlin zu wenig Zeit für Diskussionen bleibt. "Aber genau die brauchen wir, um zu erläutern, was wir unter einem Neustart verstehen", sagte ein Sprecher.

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Entscheidung für Gorleben vor 40 Jahren

Die Neuaufstellung soll den jahrzehntelangen Streit um den Salzstock Gorleben beenden. Dieser war 1977 von der niedersächsischen Landesregierung unter Ministerpräsident Ernst Albrecht (CDU) als Standort für ein atomares Endlager benannt worden. Die Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) führte von 1977 bis 2000 sowie von 2010 bis 2012 geologische Untersuchungen durch. Trotz der intensiven Forschung ist die Eignung als Endlager bis heute nicht abschließend geklärt.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 05.09.2017 | 06:00 Uhr

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