Stand: 21.10.2016 14:24 Uhr

Darf Asse-Lauge in Elbe geleitet werden?

Das Land Niedersachsen will den Antrag des Bundesamts für Strahlenschutz (BfS), salzhaltiges Wasser aus dem Atommülllager Asse in der Elbe zu entsorgen, sorgfältig prüfen. Nur wenn der Zustand der Flüsse durch das Einleiten der Lauge nicht verschlechtert wird, sei mit einer Zustimmung des Umweltministeriums zu rechnen, sagte ein Sprecher. Die Lauge soll in der Nähe des Erkundungsbergwerkes Gorleben in den Fluss gleitet werden. Es gebe dort bereits eine Einleitungsstelle für salzhaltiges Abwasser, sagte eine Sprecherin der Behörde NDR 1 Niedersachsen. Das BfS habe daher beim Landesbergamt einen entsprechenden Antrag gestellt. Kritik an dem Vorhaben kam unter anderem von den Grünen und Gorleben-Gegnern.

Bisheriges Wasser-Lager ist bald voll

Aus der Asse müssen jeden Tag zwölf Kubikmeter salzhaltiges Abwasser abtransportiert werden, damit der Betrieb nicht eingestellt werden muss. Das entspricht etwa 25 gefüllten Badewannen. Würde das passieren, sei auch die Rückholung des Atommülls gefährdet. Seit 2005 wird die täglich anfallende Lauge in das stillgelegte Bergwerk Mariaglück bei Celle gebracht. Doch der Vertrag mit dem Betreiber K+S läuft zum Jahresende aus, weil das Lager dann voll ist. Das BfS untersucht daher verschiedene Varianten, wie die Lauge weiter entsorgt werden kann. Eine Möglichkeit ist die Elbe.

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Asse-Wasser soll in der Elbe entsorgt werden

Das Bundesamt für Strahlenschutz will Lauge aus dem Atommülllager Asse in die Elbe einleiten. Die Bürgerinitiative Lüchow-Dannenberg kritisiert das Vorhaben. Bildergalerie

Grüne befürchtet Umweltschäden

Über den Antrag des BfS zur Einleitung des Wassers in die Elbe muss nun das Landesbergamt entscheiden, ebenso wie die Wasserschutzbehörde beim Landkreis Lüchow-Dannenberg. Nach Angaben des BfS ist die Asse-Lauge nicht radioaktiv belastet. Sie sei allerdings stark salzhaltig, deshalb müssten die Auswirkungen auf die Elbe genau untersucht werden. Die Grüne-Landtagsabgeordnete Miriam Staudte hält die Pläne für "ökologisch nicht sinnvoll". Denn es sei auf jeden Fall schädlich für die Umwelt, Salzwasser in einen Fluss einzuleiten, sagte sie NDR 1 Niedersachsen: "Das hat Auswirkungen auf die Pflanzenwelt, auf die Tierwelt, und bei den Fischen hat es Auswirkungen auf das Immunsystem, wie unsere Elbfischer beklagen." Staudte schlägt andere Möglichkeiten der Entsorgung vor, zum Beispiel die direkte Einleitung in die Nordsee. Die Gorleben-Gegner vor Ort fühlen sich durch den Antrag nach eigenen Angaben provoziert. "Eine Einleitung von Salzwasser aus der Asse kommt für uns nicht in Frage", sagte der Sprecher der Bürgerinitiative, Wolfgang Ehmke.

Weitere Informationen

Asse: Marodes Atommülllager unter der Erde

In dem ehemaligen Salzbergwerk Asse II wurden knapp 126.000 Fässer radioaktiver Müll eingelagert. Weil Wasser eindringt und Einsturzgefahr besteht, soll das Lager geräumt werden. (21.11.2014) mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 21.10.2016 | 14:00 Uhr

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