Stand: 06.12.2017 15:04 Uhr

Ballon-Prozess: Angeklagter bestreitet Betrug

In einem Prozess um nicht durchgeführte Ballonfahrten hat ein 54-jähriger Unternehmer am Mittwoch vor dem Amtsgericht Tostedt (Landkreis Harburg) jede betrügerische Absicht bestritten. Nach Angaben einer Gerichtssprecherin begründete der Angeklagte die Absagen mit ungünstigen Wetterlagen. Dem Mann wird vorgeworfen, in großem Stil über das Internet Gutscheine für Heißluftballon-Fahrten verkauft zu haben, die nie stattfanden. Das Geld für die Tickets soll der Mann behalten haben. Ihm drohen mehrere Jahre Haft und ein Berufsverbot.

Heißluftballon.

Ballonbetrug: Angeklagter weist Vorwürfe zurück

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In 60 Fällen soll ein Ballonfahrt-Anbieter aus Handeloh Kunden um ihre bezahlte Tour betrogen haben. Doch der 54-Jährige bestreitet die Vorwürfe - und überrascht mit Wiedergutmachungen.

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200 Euro für Fahrten, die nie stattfanden

Jahrelang häuften sich bei der Polizei die Anzeigen von Kunden aus ganz Norddeutschland. Bezahlt hatten sie Gutscheine für Heißluftballon-Fahrten jeweils im Wert von rund 200 Euro. 60 dieser Fälle werden im aktuellen Prozess verhandelt. Allerdings umfasst die Anklage noch weitere Delikte. Darunter sind 30 Verstöße gegen das Luftverkehrsgesetz, da der 54-Jährige Angeklagte in einigen Fällen ohne gewerbliche Luftverkehrslizenz mit dem Ballon aufgestiegen sein soll.

Mehr als 30 Zeugen erwartet

Bereits im Juni hatte der Angeklagte einen Deal mit Gericht und Staatsanwaltschaft platzen lassen, so dass es jetzt zur Hauptverhandlung kommt. Bis zum 18. Dezember sind laut der Gerichtssprecherin drei weitere Termine angesetzt. Insgesamt sollen mehr als 30 Zeugen vernommen werden, darunter neben Geschädigten auch ehemalige Mitarbeiter des Angeklagten.

Trotz Verbot: Angeklagter macht weiter

Der Landkreis Harburg hat dem Unternehmer inzwischen verboten, seinem Gewerbe weiter nachzugehen. Der Angeklagte hat allerdings bereits neue Gesellschaften gegründet und ist mit seinen Fahrten wieder online. Insgesamt soll er mit mindestens 13 Firmen operiert haben. "Vielleicht gelingt es nun durch den Prozess, ihm das Handwerk zu legen", sagte ein Sprecher des Landkreises.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 06.12.2017 | 08:00 Uhr

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