Stand: 10.01.2016 12:13 Uhr

Wildschwein schwimmt hilflos im Kanal - zweimal

Mehrere Wildschweine haben im Mittellandkanal die Orientierung verloren - und für eines von ihnen wurde die Lage wahrhaft dramatisch.

Mancherorts treiben Wildschweine die Menschen in den Wahnsinn, weil sie alles verwüsten. Woanders hat man dagegen ein ganz großes Herz für die Borstenviecher. Zum Beispiel bei der Ortsfeuerwehr Höver (Region Hannover). Die wurde am Sonnabend zum Mittellandkanal gerufen: Zwischen Höver und der Anderter Schleuse schwammen sieben hilflose Wildschweine.

Ein einsames Schwein schwimmt hin und her

Die Tiere wollten offenbar den Kanal in Richtung Höver überqueren, verloren dabei die Orientierung und schwammen in Richtung der Schleuse. Dort kamen sie wegen der Spundwände aber nicht aus dem Wasser heraus, wie Chris Rühmkorf, Sprecher der Feuerwehr Sehnde, mitteilte. Sechs der sieben Schweine schafften es allein, das Ende der Spundwände zu finden und an Land zu gelangen - doch ein einziges blieb zurück, hatte die Gruppe aus den Augen verloren "und schwamm nun ziellos auf dem Kanal hin und her", so Rühmkorfs Schilderung. Das konnten die Einsatzkräfte natürlich nicht mit ansehen.

Und wieder reingeplumpst

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Gerettet - vorläufig.

Die Feuerwehrleute warteten, bis das Schwein in die Nähe des Ufers kam. Mit zwei Tauen von einem Schiff, das dort vor Anker lag, fingen sie es dann ein und hoben es ans Ufer. Das Schwein war völlig erschöpft und wegen seiner Situation auch sehr aufgeregt, sodass die Einsatzkräfte es erst einmal ablegten und Abstand hielten. Dann aber machte es ein paar Schritte rückwärts - und die arme Sau fiel zurück in den Kanal. Und eine zweite Odyssee auf dem Wasser begann.

Dann auch noch ein Schiff im Weg

Drüben, auf der anderen Kanalseite, wartete die Wildschwein-Truppe auf ihr verlorenes Mitglied, und das paddelte mit neuer Hoffnung los. Aber Kraft und Orientierungssinn reichten offensichtlich nicht aus. Nach etwa 300 Metern kehrte das Schwein wieder um. Das Tier habe kaum noch den Kopf über Wasser halten können, so Rühmkorf. Und dann kreuzte es auch noch den Weg eines Frachters, geriet in dessen Strom und wurde mehrere Meter mitgezogen.

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Der sichere Wald, kein Wasser in Sicht: Happy End für ein tapferes Schwein und seine Retter.

Schließlich aber näherte sich das leidgeprüfte Wildschwein wieder dem Ufer. Jetzt aber! Die Feuerwehrleute griffen zu, hoben das Tier die Spundwand hoch und retteten es endgültig ans sichere Land. In einem nahegelegenen Wald - ein Stück weg vom Wasser - wurde das Schwein ausgesetzt.