Stand: 06.01.2016 20:44 Uhr

Verkauf von AWO-Kliniken so gut wie perfekt

von Bärbel Wiethoff
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Eine Investorengruppe übernimmt die Kliniken der insolventen AWO Gesundheitsdienste. (Archivbild)

Die Hängepartie ist offenbar zu Ende: Seit im April 2015 die Arbeiterwohlfahrt (AWO) Gesundheitsdienste Insolvenz anmeldeten, war unklar, was mit den Krankenhäusern in Hann. Münden und Bad Münder passiert. Von einigen Übernahme-Interessenten blieb schließlich eine Investorengruppe übrig. Und die hat jetzt nach langen Verhandlungen die Verträge unterschrieben. Zum 1. Februar werden das Krankenhaus in Hann. Münden und die Deister-Süntel-Klinik in Bad Münder verkauft. Voraussetzung dafür ist allerdings, dass es bis dahin einen Sanierungstarifvertrag gibt.

Harte Einschnitte für die Belegschaft

"Wir sind auf den letzten Metern", heißt es vom Noch-Eigentümer, den AWO-Gesundheitsdiensten. Mit den Gewerkschaften ver.di und Marburger Bund hätten Eckpunkte für einen Sanierungstarifvertrag abgestimmt werden können - bis Ende Januar sollen die Kontrakte unterschrieben sein. Vorgesehen sei, dass es zwei Jahre lang keine Lohnerhöhungen gibt und das Weihnachtsgeld gestrichen wird, bestätigte die Gesamtbetriebsratsvorsitzende Ute Giesecke. Außerdem sollen rund 100 Stellen wegfallen, das heißt 150 Beschäftigte mit Teilzeit- beziehungsweise Vollzeitjobs verlieren ihren Arbeitsplatz. Um sie weiter zu qualifizieren, sollen in Hann. Münden und Bad Münder Transfergesellschaften gegründet werden.

Auch Therapie-Zentren werden übernommen

Das Wichtigste sei, dass die Krankenhäuser erhalten bleiben, sagte Giesecke. Die private Investorengruppe um den Unternehmensberater Reinhard Wichels übernimmt nicht nur die Krankenhäuser, sondern auch die Physikalischen Therapie Zentren. Die Reha-Klinik Bad Münder bleibt in Trägerschaft der AWO Gesundheitsdienste und wird weitergeführt.

Dieses Thema im Programm:

Niedersachsen 18.00 Uhr | 06.01.2016 | 12:00 Uhr