Stand: 08.03.2017 14:03 Uhr

Suedlink: Tennet entscheidet sich für Ostvariante

Der Stromnetzbetreiber Tennet hat bekannt gegeben, wo die Stromtrasse "Suedlink" nach seinen Wünschen verlaufen soll. Das Unternehmen hat sich für die Ostvariante der Trasse entschieden. Das neue Tennet-Erdkabel soll in Brunsbüttel (Schleswig-Holstein) von der Nordsee kommend Land erreichen. Von dort soll es nach Süden verlaufen, etwa auf Höhe von Sittensen (Landkreis Rotenburg) nach Osten abknicken und in Richtung Südosten bis etwa zur A 7 führen. Die Autobahn soll am südwestlichen Ende der Lüneburger Heide unterquert werden. Die Trasse soll demnach westlich an der Lüneburger Heide vorbeiführen und einen großen östlichen Bogen um Hannover herum schlagen. Der Harz liegt wie bisher östlich der Trasse. Im Plan niedergeschrieben sind daneben noch zwei westliche Alternativkorridore für das Erdkabel. Über die unterirdische Stromleitung will Tennet Windstrom von Nord- nach Süddeutschland transportieren. Die Pläne für den Verlauf stoßen auf ein geteiltes Echo.

Kritik von Bürgerinitiative, Freude in Hildesheim und Verden

Warum sich Tennet für diesen Verlauf entschieden hat, kann Peter Gosslar von der Bürgerinitiative für HGÜ-Erdkabel nicht verstehen. Es hätte mehr Sinn gemacht, Suedlink entlang der A 7 auf Bundeseigentum zu führen oder teilweise entlang der genehmigen Stromtrasse von Wahle nach Mecklar, so Gosslar. Ein weiterer Kritikpunkt: Tennet baut nach bisherigen Planungen keine zusätzlichen Leerrohre ein, um bei höherem Bedarf flexibler zu sein. Kritik kommt auch von Wolfgang Nolte, dem Bürgermeister von Duderstadt im Landkreis Göttingen: Obwohl die Trasse gebraucht werde, sei sie für das Eichsfeld ein massiver Einschnitt, sagt er. Der Göttinger Bundestagsabgeordnete Fritz Günzler (CDU) fordert eine faire Entschädigung für Landwirte.

Freude in Verden und Hildesheim

Freudig reagierten dagegen die Landkreise Verden und Hildesheim sowie das Weserbergland - zahlreiche Einwände aus der Bevölkerung hätten den Verantwortlichen gezeigt, dass es zu viele Widerstände gebe, hieß es von den dortigen Bundestagsabgeordneten. Auch die Obstbauern im Alten Land sind erleichtert. Bei dem aktuellen Vorschlagskorridor blieben viele Landwirte von den Erdkabeln verschont, sagte Ulrich Buchterkirch, Sprecher der Obstbauern. Unterschiedlich reagierten die Gemeinden im Landkreis Stade. Horneburgs Samtgemeinde-Bürgermeister Matthias Herwede sagte dem "Stader Tageblatt", der neue Vorschlag sei eine gute Nachricht für seine Region. Denn der dicht besiedelte Südkreis soll den neuen Plänen nach gemieden werden. In Nordkehdingen fallen die Reaktionen verhaltener aus. Dort soll die Trasse direkt durch die Gemeinde verlaufen.

Bundesnetzagentur prüft Unterlagen

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Das möchte Tennet: Einen Verlauf östlich von Hannover (pink). Als Alternative sieht der Netzbetreiber zwei westliche Varianten (violett/gelb).

Der Stromnetzbetreiber will am 17. März seine Planung bei der Bundesnetzagentur einreichen, die am Ende entscheidet. Diese prüft die Unterlagen und richtet Konferenzen aus, zu denen unter anderem Umweltverbände und Landesbehörden eingeladen werden. Am Ende der Planung legt die Netzagentur einen Trassenkorridor fest.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Oldenburg | 08.03.2017 | 08:30 Uhr

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