Stand: 09.01.2016 19:54 Uhr

Matsch und Sonne: Der Winter legt eine Pause ein

Aus Schnee wird Matsch - was bleibt, sind Pfützen und Streugut auf Straßen und Gehwegen: Der Winter in Niedersachsen legt vorerst eine Pause ein, die Temperaturen im Land liegen einige Grad über dem Gefrierpunkt. Und da bleiben sie auch in den kommenden Tagen. Mancherorts lässt sich am Wochenende sogar die Sonne blicken. Das sah zu Beginn der Woche noch anders aus: Auf spiegelglatten Straßen wurde Autofahren zur Rutschpartie, immer wieder schepperte es, zahlreiche Personen wurden bei Unfällen verletzt. Am Donnerstag hatten die Meteorologen noch vor gefährlichem Eisregen gewarnt, das befürchtete Verkehrschaos blieb jedoch aus. Nach der Sturmwarnung für die Küste am Freitagabend sind nach derzeitigem Stand keine Schäden entstanden.

Schulausfall in elf Landkreisen

An mehreren Schulen im Land fiel auch am Freitag die Schule aus, in elf Landkreisen und fünf Städten durften Kinder zu Hause bleiben - zum Beispiel im Landkreis Cloppenburg, Landkreis Leer oder auch in der Stadt Emden. In manchen Fällen war der Ausfall bereits am Donnerstag vorsorglich angekündigt worden, in anderen Schulen waren Heizungen kaputt wie an einer Schule im Landkreis Lüchow-Dannenberg.

Drei Verletzte nach Unfall auf der B 3 in Hannover

Am Donnerstag war es wegen der winterlichen Straßenverhältnisse noch zu mehreren teils schweren Verkehrsunfällen gekommen. Auf dem Messeschnellweg (Bundesstraße 3) in Hannover wurden drei Menschen am Mittag bei einem Unfall verletzt. Eine Frau war mit ihrem Auto auf dem Schnellweg von der Fahrbahn abgekommen und habe sich überschlagen, teilte die Polizei mit. Die Fahrerin und zwei weitere Insassen wurden demnach ins Krankenhaus gebracht.

Überfrierende Nässe machte A 7 zur Rutschbahn

Am Donnerstagmorgen ereigneten sich auf der Autobahn 7 zwischen dem Dreieck Drammetal und der Abfahrt Göttingen-Nord aufgrund plötzlich überfrierender Nässe innerhalb kurzer Zeit fünf Unfälle. Insgesamt sieben Pkw und zwei Lastwagen waren beteiligt. Der Verkehr kam wegen der extremen Glätte stellenweise völlig zum Erliegen. Einen schweren Unfall gab es auch auf der A 33 bei Hiltern im Landkreis Osnabrück. Ein 21-Jähriger verlor auf der glatten Fahrbahn die Kontrolle über seinen Wagen, überschlug sich und landete in einem Straßengraben. Der Autofahrer wurde mit schweren Verletzungen in ein Krankenhaus eingeliefert. Nach Angaben der Polizei schwebt er nicht in Lebensgefahr.

Eis und Schnee verlangen Autofahrern viel ab

Fähre "Amt Neuhaus" fährt noch immer nicht

Auch im Fährverkehr zu den Ostfriesischen Inseln gab es Behinderungen. Zum Beispiel fielen mehrere Verbindungen nach Wangerooge aus. Immer noch betroffen von den winterlichen Verhältnissen ist der Fährbetrieb auf der Elbe: Seit Mittwoch steht die Fähre "Amt Neuhaus", die sonst zwischen Bleckede und Neu-Bleckede (Landkreis Lüneburg) verkehrt, still. Schüler aus Amt Neuhaus, die eine Schule in Bleckede oder Lüneburg besuchen, wurden nach Angaben des Landkreises Lüneburg mit einer anderen Fähre transportiert. Eigentlich sollte die Fähre am Freitag wieder fahren, doch kräftiger Wind treibe lose Eisschollen zu einer geschlossenen Decke zusammen, teilte der Fährbetrieb mit. Das mache ein Durchfahren unmöglich. In Zukunft will das Land den Fährverkehr zu den Ostfriesischen Inseln mit einem neuen Räumschiff sicherstellen.

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Dieses Thema im Programm:

NDR//Aktuell | 08.01.2016 | 15:00 Uhr