Stand: 28.07.2017 14:25 Uhr

"Hochwasser-Touristen" gefährden Helfer

Zweimal ist wegen des Hochwassers in Niedersachsen bislang Katastrophenalarm ausgelöst worden: einmal in Goslar, einmal in Wolfenbüttel. Das ist allerdings nicht die einzige Gemeinsamkeit. Denn in beiden Städten beklagten die Verwaltungschefs, dass zahlreiche Schaulustige die Arbeit der Feuerwehren und sonstigen Einsatzkräfte behindert hätten. "Wir bitten dringend, von diesen Dingen abzusehen", sagte Wolfenbüttels Bürgermeister Thomas Pink (CDU) bei einer Pressekonferenz am Freitagvormittag. Er kündigte ein härteres Vorgehen von Verwaltung und Polizei an - die Ordnungshüter würden zukünftig Platzverweise erteilen.

Oliver Junk (CDU) Oberbürgermeister in Goslar im Interview mit dem NDR. © NDR

"Hochwasser-Touristen nerven mich"

Goslars Oberbürgermeister Oliver Junk (CDU) ist genervt vom Hochwasser-Tourismus in Goslar. Die Gaffer behindern Einsatzkräfte und zeigen wenig Feingefühl im Umgang mit Betroffenen.

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"Werden richtig gestört"

Eine Feuerwehrfrau habe ihm berichtet, sie sei beinahe von einem Auto überfahren worden. Auch andere Helfer seien behindert worden, so Pink weiter. Goslars Oberbürgermeister Oliver Junk (ebenfalls CDU) kritisierte das gleiche Phänomen. In der Stadt war am Mittwoch Katastrophenalarm ausgelöst worden und in der Nacht zu Donnerstag wieder aufgehoben worden. Junk sagte: "Wir werden richtig gestört von Schaulustigen", sagte er. Man werde die Einsatzorte wieder absperren, damit die Feuerwehrleute ihre Arbeit machen könnten und nicht mehr von Menschen behindert werden, die Fotos von der Flut machen wollten.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 28.07.2017 | 12:00 Uhr

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