Stand: 22.06.2017 14:50 Uhr

Asse-Lauge soll bei Hannover entsorgt werden

Für das in das Atommülllager Asse bei Wolfenbüttel fließende Salzwasser, das nur gering oder nicht radioaktiv belastet ist, gibt es offenbar eine Lösung: Die Lauge kann künftig auch in einem stillgelegtem Bergwerk bei Sehnde in der Region Hannover entsorgt werden. Ein jetzt geschlossener Vertrag mit dem Besitzer dieser Grube gelte je nach Bedarf und Kapazitäten, teilte die Asse-GmbH am Donnerstag mit. Konkrete Anlieferungen seien derzeit aber noch nicht geplant.

Täglich zwölf Kubikmeter Salzwasser

In die Asse dringen täglich rund zwölf Kubikmeter Salzlauge ein. Der größte Teil der Flüssigkeit kommt nach Betreiberangaben nicht mit den eingelagerten radioaktiven Abfällen in Berührung. Um den Betrieb der Asse zu gewährleisten, muss das Salzwasser regelmäßig abtransportiert werden.

Bisher in Bergwerk bei Celle gelagert

Bis zum Ende vergangenen Jahres brachten Lkw die Salzlauge in ein stillgelegtes Bergwerk bei Celle. Seit Anfang 2017 nimmt eine Firma außerhalb von Niedersachsen das Salzwasser zur weiteren industriellen Verwertung an. Zwischenzeitlich hatte die Asse-GmbH erwogen, die Flüssigkeit nach Gorleben zu schaffen und über eine bestehende Pipeline in die Elbe zu leiten.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Hannover | 22.06.2017 | 13:30 Uhr

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