Schavan: "Der richtige Tag, um zu gehen"
Bildungsministerin Schavan tritt zurück. Mehr bei tagesschau.de.
Link in neuem Fenster öffnen
Kennen sich schon lange und werden ab sofort miteinander arbeiten: Bundeskanzlerin Angela Merkel und Bundesbildungsministerin Johanna Wanka (beide CDU), hier bei einer Veranstaltung im Jahr 2009.
Ihr Lebenslauf ist geprägt von Wissenschaft und Bildung: Mathematik-Professorin, Rektorin der Hochschule Merseburg (Sachsen-Anhalt) und Ministerin für Wissenschaft und Kultur - erst in Brandenburg, dann in Niedersachsen. Johanna Wanka ist die Karriereleiter weit hinaufgeklettert. Und nun geht es noch eine Stufe höher: Die 61-Jährige wird Nachfolgerin der über ihre Promotion gestürzten Bundesbildungsministerin Annette Schavan (CDU). Dass Wanka mehr will als Oppositionsarbeit in einem Landesparlament zu leisten, zu der sie nach dem Wahlsieg von Rot-Grün in Niedersachsen gezwungen gewesen wäre, zeigte sie bereits 2010. Damals holte der damalige niedersächsischen Ministerpräsidenten Christian Wulff (CDU) die als pragmatische Problemlöserin bekannte Wanka von der brandenburgischen Oppositionsbank auf die niedersächsische Regierungsbank. Damit wurde sie die erste Ostdeutsche in einem westdeutschen Landeskabinett.
Bisher niedersächsische Wissenschaftsministerin, künftig Ministerin im Bundeskabinett: Johanna Wanka. (Archivfoto)
Im Schatten der omnipräsenten Sozialministerin Aygül Özkan (CDU) legte die neue Ministerin für Wissenschaft und Kultur allerdings einen eher unspektakulären Start hin. Die gebürtige Sächsin konnte sich in den ersten 100 Tagen ihrer Amtszeit ohne allzu großes Aufsehen einarbeiten. Kontroverse Themen gab es nicht. Entsprechend gut fiel damals ihr Zwischenfazit aus: "Ich habe es genossen, dass man mir hier im Land sehr aufgeschlossen begegnet ist. Und ich denke, nach dem, was ich bis jetzt kennengelernt habe, dass es in Niedersachsen gute Voraussetzungen gibt, um erfolgreiche Kultur- und Wissenschaftspolitik zu gestalten."
Für Schlagzeilen sorgte Wanka im Juni 2010 mit der Verlängerung des Hochschulpaktes. Er sollte die Finanzierung der niedersächsischen Universitäten sichern und sie vor weiteren Einsparungen schützen. "Darauf bin ich stolz", sagte Wanka nach der Unterzeichnung. Bei allem Lob gab es allerdings auch Kritik von der Opposition. Der damalige SPD-Fraktionsvorsitzende Stefan Schostok monierte, dass Wanka sich in Brandenburg noch gegen Studiengebühren ausgesprochen habe, in Niedersachsen nun aber dafür sei. "Sie macht Politik, wie der Wind gerade weht", so Schostok. Im Landtagswahlkampf sprach sich Wanka noch einmal deutlich für die Beibehaltung der Studiengebühren aus. Es gebe keine neuen Argumente, um die niedersächsische Position infrage zu stellen.
Annette Schavan ist über den Entzug ihres Doktortitels gestürzt. Im Hintergrund ihre Nachfolgerin Johanna Wanka (beide CDU). (Archivbild)
In Brandenburg war die als durchsetzungsfähig geltende Wanka von Oktober 2000 bis Oktober 2009 Wissenschafts-, Forschungs- und Kulturministerin. In ihrer Funktion übernahm sie 2005 für ein Jahr den Vorsitz der Kultusministerkonferenz. Als nach der Landtagswahl im September 2009 die Große Koalition in Brandenburg von einer rot-roten Regierung abgelöst wurde, wechselte Wanka zunächst in die Rolle der Oppositionsführerin, bis sie im April 2010 als Ministerin nach Niedersachsen ging.
Auch wenn Wanka erst 2001 in die CDU eintrat, war sie schon vorher politisch aktiv. Die 1951 im sächsischen Rosenfeld geborene Wanka hatte im September 1989 zusammen mit Gleichgesinnten das "Neue Forum" in Merseburg gegründet, das die Wendezeit wesentlich mitprägte. Zu dieser Zeit war die Doktorin der Mathematik Wissenschaftliche Oberassistentin an der Technischen Hochschule Merseburg. Dass sie sich erst so spät in ihrem Leben einer Partei anschloss, begründete sie einmal damit, dass Parteimitgliedschaft aufgrund ihres Lebens in der DDR nicht positiv besetzt gewesen sei. Doch die Ängste, sich in einer Partei unterordnen und einengen zu müssen, habe sie irgendwann besiegt.
Dipl.-Ing. Verfahrenstechnik
Herzlichen Glückwunsch zur Bundesbildungsministerin !!! das Diplom erlangte ich 1994 an der FH Merseburg unter Betreuung Prof. Dr. Michael Winkler und Prof. Dr. Wolfgang Pfeiffer (jetzt FH Wismar). ... [mehr]
Neid
Habe selber Doktortitel, der sich nicht aberkennen lässt wg guter zitierweise. Aber ich finde die ganze diskussion dennoch unglaublich kleinlich. Der Neid, der Neid... [mehr]
In der SPD hat noch nichtmal die spitze nen doktor
Ich finde es viel schlimmer, wenn bei den Parteien nur schmalspurakademiker sitzen, die von vornherein nicht zu einer Doktorarbeit zugelassen worden sind, weil sie noch nicht mal einen Abschluss... [mehr]
Passt schon, die Ernennung. Eine die auf Länderebenen bereits zweimal abgewählt wurde und zudem ihr Fähnlein in den politischen Wind hält. Passt demnach zur CDU. Wer irgendwo nicht mehr gebraucht... [mehr]
Ich schätze mal:
ein Drittel, wenn überhaupt. Im Osten mehr, da haben alle gelogen. Sogar Verkäufer/innen hatten den Ing-Titel.....! Da gab es doch nur Ingenieure! Hat man doch gesehen, wie die Betriebe, Strassen usw.... [mehr]