Warnstreiks: ver.di lässt die Muskeln spielen
Auch heute setzen die Angestellten im öffentlichen Dienst in Niedersachsen ihren Ausstand fort. In Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein wird später gestreikt. mehr
Aufgrund des Warnstreiks waren am Donnerstag rund um Hannover nur vereinzelt Räumfahrzeuge im Einsatz.
Trotz Schneefalls standen die Räummaschinen der Autobahnmeisterei Hannover am Donnerstag still. Der Grund: Die Warnstreiks der Angestellten im öffentlichen Dienst, an denen sich auch die Straßenmeistereien beteiligen. Da die Gewerkschaften und der Verband der Straßenwärter sich nicht auf einen Notdienst einigen konnten, gab es auf den Autobahnen, Bundes- und Landstraßen rund um Hannover nur einen eingeschränkten Winterdienst. Auf der Autobahn 2 seien allerdings private Räumdienste im Einsatz, teilte die Autobahnpolizei mit. Im Bereich der A 7 bei Hildesheim seien die Räumfahrzeuge regulär im Einsatz. Trotz des eingeschränkten Winterdienstes war es nach Polizeiangaben nicht zu nennenswerten Behinderungen gekommen.
Gestreikt haben am Donnerstag auch etwa 150 Beschäftigte der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH), wie ver.di mitteilte. Deshalb wurden nur dringend nötige Operationen vorgenommen. Die Streikenden versammelten sich zu einem Demonstrationszug durch Hannovers Innenstadt, an dem sich auch Mitarbeiter der Leibniz Universität, der öffentlichen Verwaltung und der Straßenmeistereien beteiligten. Insgesamt demonstrierten rund 700 Beschäftigte des öffentlichen Dienstes aus Hannover und der Region Leine Weser.
In Oldenburg kamen rund 60 Beschäftigte des Staatstheaters zu einer Protestkundgebung zusammen. Sie wollten wieder unter den Tarifvertrag der Bundesländer eingruppiert werden, erklärte ein Gewerkschaftssprecher das Anliegen der Mitarbeiter. Zu der Warnstreikwelle riefen die Gewerkschaften ver.di, die Gewerkschaft für Erziehung und Wissenschaft und die Gewerkschaft der Polizei auf. Sie fordern für die Beschäftigten der Länder 6,5 Prozent mehr Gehalt, neue Urlaubsregelungen und eine Übernahmegarantie für Auszubildende.
Die Warnstreikwelle begann in Niedersachsen am Dienstag mit Protesten der Landesbehörden in Ostniedersachsen, im Harz und im Raum Hannover. An 50 Schulen streikten auch angestellte Lehrer und pädagogische Fachkräfte, von denen 600 zu einer Kundgebung nach Hannover fuhren. Bei einer Kundgebung in Braunschweig kamen rund 300 Beschäftigte aus verschiedenen Bereichen des öffentlichen Dienstes zusammen. Am Mittwoch erreichte der Warnstreik den Nordwesten Niedersachsens und Bremen. Rund 1.500 Beschäftigte versammelten sich bei einer Kundgebung vor dem Bremer Hauptbahnhof.
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