Zufriedenheit mit den Politikern
Ministerpräsident David McAllister (CDU) hat mit Stephan Weil (SPD) einen neuen Gegner bei der Landtagswahl 2013. Wie kommen die Spitzenpolitiker im Land bei den Wählern an?
Bildergalerie startenDie Gretchenfrage für Wahlforscher, die geht so: "Wenn am kommenden Sonntag Wahl wäre, wen würden Sie wählen?" In Niedersachsen, so eine aktuelle repräsentative Umfrage des Instituts Infratest dimap im Auftrag von Hallo Niedersachsen, würden sich 36 Prozent der Wähler für die CDU entscheiden. Das ist im Vergleich zur letzten Umfrage aus dem Mai 2011 ein Plus von zwei Punkten. Damit bleibt die CDU stärkste Kraft im Land, der SPD würden 32 Prozent ihre Stimme geben (plus ein Prozentpunkt).
Trotzdem würde es für Schwarz-Gelb nicht mehr reichen. Denn die - zurzeit gebeutelte - FDP verliert zwei Prozentpunkte und rutscht auf drei Prozent ab. Damit hätte die derzeitige Koalition aus CDU und FDP keine Mehrheit mehr, eine rot-grüne Regierung wäre möglich. Die Grünen kommen laut Infratest dimap auf 17 Prozent (minus fünf Prozentpunkte). Über den größten Zugewinn dürften sich die Piraten mit drei Prozentpunkten freuen: Sie lägen dann bei vier Prozent. Die Linke käme auf fünf Prozent.
Das alles beherrschende Thema in Niedersachsen und dem Rest der Republik in den vergangenen Wochen war Ex-Ministerpräsident Christian Wulff. Die Vorwürfe und Diskussionen beeindrucken die Wahlberechtigten von der Nordsee bis zum Harz allerdings nur bedingt: 79 Prozent sagen, die Debatte um den Bundespräsidenten hat keinerlei Einfluss auf ihre Wahlentscheidung in Niedersachsen. Immerhin etwa jeder fünfte Befragte (19 Prozent) sagt, seine Entscheidung sei durch die Diskussionen um Wulff beeinflusst.
Die Wahl zwischen Amtsinhaber David McAllister (CDU) und seinem Herausforderer Stephan Weil (SPD) wäre schnell entschieden - wenn der Ministerpräsident direkt gewählt werden würde. Dann würden sich 54 Prozent der Befragten für McAllister entscheiden; nur die Hälfte, also 27 Prozent, halten Weil für den geeigneteren Kandidaten. Trotzdem keine ganz schlechten Werte für einen Herausforderer, der ganz kurz nach seiner Wahl noch keinen besonders hohen Bekanntheitsgrad hat.
Trotz seiner geringeren Bekanntheit sind immerhin 32 Prozent der Befragten mit Weils Arbeit als Oberbürgermeister von Hannover zufrieden. Das ist der zweitbeste Wert, geschlagen wird er nur - von McAllister. Dem bescheinigen 65 Prozent gute Arbeit. Ausbaufähig ist dieser Wert noch für Kreszentia Flauger (Die Linke), mit der nur vier Prozent zufrieden sind. Infratest dimap hatte für die repräsentative Umfrage insgesamt 1.001 Wahlberechtigte befragt. Fast genau ein Jahr vor der Wahl im Januar 2013 versprechen die ermittelten Werte einen spannenden Wahlkampf in Niedersachsen.