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Immer mehr Fragen an Olaf Glaeseker

Der damalige niedersächsische Ministerpräsident Christian Wulff (CDU, l) und sein Pressesprecher Olaf Glaeseker am 16.01.2008 im niedersächsischen Landtag. © dpa-Bildfunk Fotograf: Jochen Lübke Detailansicht des Bildes Die Vorwürfe gegen Wulffs Ex-Sprecher Olaf Glaeseker werden immer zahlreicher. Auf den Nebenkriegsschauplätzen der "Causa Wulff" geht es weiter hoch her. Vor allem die Vorwürfe gegen Olaf Glaeseker, den langjährigen Vertrauten des Bundespräsidenten, reißen nicht ab. Glaeseker soll in seiner Zeit als Regierungssprecher unter dem niedersächsischen Ministerpräsidenten Christian Wulff 44 Studenten der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) als Helfer für den sogenannten Nord-Süd-Dialog angeheuert haben. Die Rechnung in Höhe von 5.245 Euro nach der Veranstaltung beglich die Staatskanzlei allerdings nicht.

Bereits am Freitag hatte die "Neue Presse" berichtet, Wulffs ehemaliger Mitarbeiter sei aktiv in die Organisation des privaten Wirtschaftstreffens verwickelt gewesen. Die Vorwürfe gegen Glaeseker führten am Freitag zu einem Eklat im Niedersächsischen Landtag.

Kommentar
Bundespräsident Christian Wulff © dpa Fotograf: Robert Schlesinger
 

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3.411 Euro für Kochbücher

Außerdem berichtete die "Hannoversche Allgemeine Zeitung" in ihrer Wochenendausgabe, dass das niedersächsische Landwirtschaftsministerium sich mit 3.411 Euro am Kauf von Kochbüchern beteiligt hat, die den Gästen des Nord-Süd-Dialogs 2009 im Flughafen Hannover zum Abschied überreicht wurden. Nach Recherchen der "Bild am Sonntag" soll Glaesekers Frau Vera an dem Buch mitgearbeitet haben. Glaeseker soll zudem derjenige gewesen sein, der den Anstoß zum Kauf der Bücher gab.

Neben Kochbuch-Geschenken und unbeglichenen Rechnungen gibt es aber noch weitere Vorwürfe gegen Glaeseker: Nach Angaben der "Bild am Sonntag" soll er nicht nur kostenlose Urlaube in Ferienwohnungen des Party-Veranstalters Manfred Schmidt verbracht, sondern auch Gratis-Flüge über Schmidt angenommen haben. Schmidt war der Organisator der Nord-Süd-Dialoge.

Razzia, aber kein Haftbefehl

Der Nord-Süd-Dialog und der Verdacht der Korruption waren der Grund für eine Razzia am Donnerstag. Die Staatsanwaltschaft Hannover hatte zusammen mit dem Landeskriminalamt (LKA) Privat- und Geschäftsräume von Glaeseker und von Eventmanager Manfred Schmidt durchsucht. Glaeseker und Schmidt wird Bestechlichkeit beziehungsweise Bestechung vorgeworfen. Die Beamten sicherten Schriftstücke und Computerdateien in Immobilien in Wunstorf, Berlin und der Schweiz. Diese Unterlagen werden zurzeit ausgewertet. Nach Einschätzung der Staatsanwaltschaft gibt es vorerst keinen dringenden Tatverdacht gegen Glaeseker: "Was wir derzeit haben, ist ein Anfangsverdacht", hieß es am Freitag. Ein Haftbefehl sei daher nicht notwendig.

Keine Stellungnahme von Wulff

Der damalige niedersächsische Ministerpräsident Christian Wulff (CDU) und sein Pressesprecher Olaf Glaeseker am 22.12.2008 in der Staatskanzlei. © dpa-Bildfunk Fotograf: Jochen Lübke Detailansicht des Bildes Zwei, die sich in- und auswendig kennen: Christian Wulff (l.) mit seinem damaligen Sprecher Olaf Glaeseker im Dezember 2008. Oberstaatsanwalt Hans-Jürgen Lendeckel sagte NDR.de, dass Glaeseker bei der Durchsuchung seiner Privatwohnung in Wunstorf (Region Hannover) zu Beginn noch anwesend war. Wo sich Wulffs Ex-Sprecher jetzt aufhält, sei nicht bekannt. Glaeseker meldete sich am Freitagnachmittag erstmals zu Wort. Er gab an, dass er sich nur über seinen Anwalt Guido Frings zu den Vorwürfen gegen seine Person äußern werde. Frings werde nach Akteneinsicht eine Stellungnahme abgeben. Am Montag sind die Kopien der Ermittlungsakten von der Staatsanwaltschaft Hannover an Frings geschickt worden.

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Christian Wulff, Bundespräsident. © picture alliance / Frank May Fotograf: Frank May
 

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